Auf den Spuren der Kalifornischen Vaqueros

Als die Spanier im 15. Jahrhundert das Amerikanische Festland erschlossen, hatten sie eines mit im Gepäck: Pferde. Dies legte einen neuen Grundstein in der Geschichte der Nordamerikaner. Durch Kreuzungen verwilderter, spanischer und portugiesischer Pferde mit Kalt- und Vollblütern, entstand das American Quarter Horse, welches zum wichtigsten Ranchpferd des Landes und zur größten Pferderasse der Welt wurde. Der Reitstil der Spanier war die Basis der anfänglichen Reiterei in Amerika.

Wodurch entstanden die Unterschiede der heutigen Spanischen Vaquera und der Kalifornischen Vaquero-Reitweise? Spanische Stiere greifen in Angstsituationen an, während die Amerikanischen Rindern als Fluchttiere das Weite suchen. Die Amerikanischen Pferde müssen sprinten, stoppen und drehen können, die Spanischen Kollegen dagegen müssen schnell weichen und kleine Wendungen vollführen um dem Stier auszuweichen, was in der Doma Vaquera zum Ausdruck kommt.

Ein Cowboy, der auf der Ranch seiner Eltern im Vaquero-Reitstil aufgewachsen ist und noch heute diesen Reitstil lebt, ist Mike Bridges: Seit sieben Jahren bereist der 61-jährige Cowboy den Norden Deutschlands und gibt dort in seinen jährlich Kursen, sein umfangreiches Wissen zum Besten. Im Kurs "Reiten im Kalifornischen Vaquero Stil" wird den Teilnehmern das gefühlvolle Reiten mit dem Bosal beigebracht und die Unterschiede zwischen Bosal (Hackamore) und Wassertrense (Snaffle Bit) werden aufgezeigt. Wie die Traditionen belegen, gibt Mike Bridges in seinem Seminar "Reiten in der Kalifornischen Bridle Zäumung" Aufschluss über die korrekte Handhabung der Kalifornischen Stangengebiss-Zäumung. "Es dauert viele Jahre bis das Vaquero-Pferd perfekt ausgebildet ist und das Pferd nur mit der Kandarre geritten werden kann", erklärt der Horseman. Mit vielen technischen Details macht er Interessierten Reitern, in Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kursen, den Einstieg in das Reiten mit Bridle (mit Doppelzäumung) durch anatomische Erläuterungen und Problemlösungen verständlich. Leidenschaft und wichtiger Grundstein bei seiner Arbeit mit Pferden ist die Arbeit am Rind: Cow-Working-Kurs I und II decken vom Verständnis der Körpersprache des Rindes, über Selbstvertrauen des Pferdes (und des Reiters) bis hin zur Differenzierung von Rinderarbeit und "Cutting" so ziemlich jeden Trainingspunkt ab.

Ob Freizeitreiter, Profis oder Umsteiger - mit viel Ruhe und Geduld vermittelt Mike Bridges seine Philosophie: "Du gibst das Ziel - das Pferd gibt dir die Zeit". Hier werden Pferde nicht in einen Ausbildungsrahmen gesteckt: Bei Mike Bridges braucht alles so lange wie es braucht und nicht weniger. Neben Buck Brannaman ist er wohl einer der bekanntesten Kalifornischen Vaqueros, die noch heute die traditionelle Reitweise in der Öffentlichkeit lehren.

Text/Foto: R. Schneider


Text & Fotos: Schneider I Horses In Media