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Gewalt beginnt da, wo Wissen endet
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die Sauerlandlinie A45 Richtung Dillenburg abbiegt, wird sofort von der
malerischen Landschaft dieser Region in den Bann gezogen. Die
kleine Anlage "Maggi's Farm" von Peter Pfister lässt den Besucher mit
einem Hauch von "Bonanza-Idylle" Raum und Zeit vergessen. Vor dem rustikalen
Fachwerkhaus genießt der Eschenburger, zurückgelehnt auf einer Holzbank,
die Aussicht über Wiesen, Wälder, Höhen und Täler. Während er unter seiner
Baskenmütze zufrieden in die Sonne blinzelt, plaudert er bereitwillig
über seine Passion — die Pferde.
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Schon als
Junge zog es den zweifachen Familienvater zu den großen Vierbeinern, doch
selbst vom Pferdemangel auf den umliegenden Bauernhöfen ließ sich der
"Kleine Peter" nicht abschrecken. Seine ersten Reitversuche machte er
deshalb auf dem Rücken von Schweinen, um dann später auf ein Pony überzuwechseln.
Endlich folgten Unterrichtsstunden auf dem Pferderücken, in einem konventionellen
Reitstall in der Nähe. Ellenbogen ran, Absätze runter und wer im Springunterricht
den Parcours nicht schaffte, musste ihn zu Fuss überwinden. Doch das war
dem Hessen nicht genug. Gewaltfreie Kommunikation mit Pferden, wo Reiter
und Pferd vertrauensvoll und doch abhängig voneinander funktionieren können
und wo auf einer Pferdegerechten Ebene miteinander kommuniziert wird,
war und ist sein Ziel. "Ich habe so ziemlich jede Reitphilosophie studiert:
die Iberisch/klassische-, Indianische-, die Ranch-Reitweise der Kalifornier
bis hin zu den verschiedensten Westernmethoden in den USA und Europa",
erinnert sich der Pferdekenner. Doch nicht nur in der Theorie, sondern
auch in der Praxis wurde die Suche fortgeführt. Nicht nur
seine Auftritte, auch das alltägliche Training beeindrucken durch das
offensichtliche Vertrauensverhältnis zwischen Zwei,- und Vierbeinern:
Die vier-jährige Paintstute "Queenie" ist seit einigen Tagen bei Pfister
zum Anreiten im Training und war bisher erst viermal unterm Sattel. Der
Horseman beginnt immer mit der Bodenarbeit. Seine persönliche Präferenz
als Hilfsmittel, ist ein Strickhalfter mit langem Arbeitsstrick, doch
dies ist in seinen Kursen nicht vorgeschrieben. "Jeder soll das verwenden,
womit er am einfachsten arbeiten kann", erklärt er. Die Stute macht einen
ruhigen Eindruck und weicht auf leichte Gesten mit der Vorderhand und
der Hinterhand. Sie lässt sich schicken, wenden und stoppen. Mit einer
kleineren Plane angefangen, arbeite er sich über die große durchsichtige
bis hin zur riesigen blaue Plane, die die Stute fast unter sich begrub.
Am Anfang noch skeptisch, akzeptierte sie schnell, das sich selbstbewegende,
knisternde Objekt. Auch der hier ständig wehende Wind konnte durch das
bewegen der Planen die Stute nicht mehr schockieren. Nach dem ihr schon
bekannten Satteln, konnten auch wehende Planen die am Sattel hingen ihr
nichts mehr anhaben und so konnte Pfister ihr einige neue Situationen
präsentieren. Der Wassergraben, der auszutrocknen droht, die Holzstämme
und der kleine Sprung sind die nächsten Aufgaben. Doch mit Gefühl und
dem richtigen timing des Trainers, schickt dieser die Stute mit Ruhe durch
den Wassergraben und die Stangen. Auf dem Platz gibt er der Stute die
Möglichkeit in den verschiedensten Gangarten, unter dem Reiter die Balance
zu finden und auch hier schon ist ein ruhiger Galopp über die Plane nicht
der Rede wert - das kennt sie ja nun schon. Viele Streicheleinheiten werden
in den Zwischenzeiten gegeben. "Pausen sind wichtig, man sollte die Manöver
am Anfang nicht zu schnell hinter einander vollführen, das Pferd soll
relaxed bleiben und ihm sollte die Zeit zum denken gegeben werden", erklärt
Pfister. Neben Kursen können hier auch individuell
Stunden genommen werden, an beliebig vielen Tagen. Individuell wird hier
mit dem Besitzer abgeklärt was erwünscht und notwendig fürs Pferd ist.
Mit DM 15,- für die Unterbringung des Pferdes auf der Weide oder im Offenstall,
DM 70,- am Tag für die Unterbringung in der Ferienwohnung (zwei Personen)
und DM 70,- für die Stunde (Hänger, Plane, Reiten etc.) ist man dabei.
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Peter
Pfister
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text und fotos
© by Rika
Schneider