Reiten nach Mark Rashid
Erste Amanda Barton-Kurse in Deutschland

Die Übergänge werden sichtlich weicher, die Schritte raumgreifender und gleichmäßiger, Reiter und Pferd bilden eine Einheit. Der Reiter atmet geziehlt aus und beeinflusst Schritt für Schritt die Fußfolgen des Pferdes.
Amanda Barton, Mark Rashids langjährige Assistentin, vermittelt die Lebens- und Umgangsweise des Amerikaners mit Pferden nicht nur in der Technik, sondern lebt seine Prinzipen auch. Durch ihren umfangreichen Hintergrund in Körperarbeit, Reiten mit Mark Rashid und NLP vermittelt Amanda Barton Reitern alller Reitweisen die Basics zum feinen Reiten aus dem eigenen Zentrum heraus. Reiter, die zum Besispiel Galoppwechsel verfeinern möchten sind genauso gut bei der Engländerin aufgehoben wie Reiter mit Ängsten. In allen Fällen ist der Umgang mit sich selbst und dem Pferd, der weiche Ablauf - innerlich und äußerlich - im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Hier ein keliner Anriss ihres umfangreichen Kurse.

In ihren ersten zwei Kursen auf dem Hof Hügemann in Nordkirchen und dem Trainingsstall Linda Leckebusch in Nümbrecht begeisterte die Engländerin die Teilnehmer durch ihre Tiefe, ihr Wissen, ihre klare Betrachtungsweise der Situationen und ihre Fähigkeit, Reiter und Pferde da abzuholen wo sie sind. Jede Menge Gefühl, zahlreichen praktische Übungen und eine Portion Geduld ließen den Kurs f´ür Reiter, Pferde, Zuschauer udn Kursleiter 'rund' werden.

Richtig Atmen - die wichtigste Hilfe

Rund 90 Prozent der Körperhaltung im Sattel wird durch die Atmung bestimmt. Ein Reiter, der oberflächlich atmet, sitzt nicht mittig und zentriert, spannt seine Muskulatur individuell an unterschiedlichen Körperteilen an. Da das Pferd auf jeden angespannten Muskel des Menschen reagiert, wird es ebenfalls Muskulatur an(ver)spannen und schon bauen sich unnötige Spannungen in Reiter und Pferd auf. Richtiges Atmen, vor allem gut getimtes Ausamten beim Reiten, in Übergängen, bei Galoppwechseln oder Anreiten, bringt sofort sichtbar leichtere Bewegungen. Der Reiter sitzt lockerer und tiefer im Sattel, das Pferd kann endlich loslassen und voranschreiten.

Ein Pferd atmet - wie Menschen auch - immer bei Anstrengung aus. Ein Sprinter atmet beim Abdrücken seines Turnschuhs am Startblock aus, der Tennisspieler beim Schlag des Balls und ein Pferd im Galopp in dem Moment, wo es sich mit dem Schubbein hinten abstößt und sein ganzes Gewicht voranschiebt. Ein Reiter kann also mit dem Pferd ausatmen und dadurch dessen Bewegungsfluss beeinflussen. Zum Anreiten, bei Übergängen, zum Losreiten - der Reiter atmet so weich, stark oer lang aus wie das Bein des Pferdes gesetzt werden soll. "Es ist erstaunlich, wie viel leichter und flüssiger die Kurspferde sich bewegen, wenn die Reiter im richtigen Moment ausatmen", staut Zuschauerin Heike Kent. Ausbilderin Anne Ostehammel wechselt ihren Hengst im Galopp durch zeitlich gut getimtes Ein- und Ausatmen (was sie im Kurs auch an Sprüngen übte) auf den Punkt genau. Man kann beim Einatmen das hintere Schubbein anheben und dann durch gezieltes Ausatmen das andere Bein als neues Schubbein hinsetzten - und schon springt der Schimmel hinten zuerst um.
"Ein Reiter, der nicht tief und locker atmet ist angespannt. Ein lockeres Reiten ist dann nicht mehr möglich. Pferde regieren auf unsere kleinsten Bewgungen - sie sind immer unser Spiegel", erläutert Amanda Barton. "Ich bemühe mich sehr, Mark und seiner Methode treu zu bleiben. Er korrigiert Reiter fast nie am Sitz - Fersen runter oder so - und dennoch verbessern sich seine Schüler enorm. Sitzkorrektur arbeitet am Außen. Wenn aber das innere, die Atmung nciht stimmt, kann man im Außen noch so viel korrigieren, der Reiter wird zurück fallen in seine alten Sitz- und Bewegungsmuster. Die Änderung von Innen nach Außen geschehen".

Mark Rashids Ziel ist es immer, Abäufe so einfach wie möglich zu gestalten. Und stimmt die Atmung, fallen die einzelnen Körperteile automatisch an die richtige Stelle und man kann sich den anderen mühevollen Ablauf sparen.

Der Rippenkasten muss schwingen
Tritt das Pferd mit dem rechten Hinterbein nach vorne unter seinen Schwerpunkt, schwingt sein Rippenkasten zur gleichen Zeit nach links, damit das Hinterbein auch genügend Freiraum hat, diesen Schritt auszuführen. Diese weiche schwingende Bewegung gilt es zu fühlen. Amanda Barton bringt Reitern bei, zu fühlen, wann das Hinterbein des Pferdes abfußt und auch, wann der Schenkel des Reiters durch den Schwung der Rippen nach außen oder innen bewegt wird.
Ist ein Pferd triebig, macht es nicht ganz so saubere oder präzise Übergänge oder schlägt es mit dem Schweif, liegt das sehr häufig an zu stark einschränkenden Schenkeln. Nimmt der Reiter beide Schenkel ans Pferd, um voran zu reiten, hat das Pferd schon nicht mehr die Möglichkeit, seinen Bauch weich von rechts nach links schwingen lassen. Seine natürliche Bewegeung wird gebremst, sein Hinterbein kann nicht mehr gut unter den Schwerpunkt treten.
"Das Pferd bewegt den Reiter. Der Reiter soll nicht versuchen mit dem Schwung von rechts nach links mitzugehen, da er dabei häufig die Bewegung des Rippenkasten gestalten möchte, sondern er soll sich in die Bewegung des Pferd mitnehmen lassen", erklärt die Engländerin den kleinen Unterschied mit der großen Wirkung. Erst wenn der Reiter, den Bewegungen des Pferdes folgen kann, dabei loslässt, nicht störend sitzt und tief und entspannt atmet, kann er jeden einzelnen Fuß des Pferdes beeinflussen.

Zuverlässig wie ein Pfosten
Ein Pferd, das im Gebiss oder im Hals fest ist, muss erst lernen hier weich nachzugeben, eher mit ihm irgendwelche hohen Klassen geritten werden können. Schon beim Rückwärtsgehen oder beim Annehmen der Zügel beim Vorwärtsreiten spürt man, ob es dort einen kleinen Wiederstand gibt oder ob das Pferd geschmeidig wie Butter auf das Zügelgefühl des Reiters reagiert. Im ersten Fall braucht man also gar nicht erst in eine höhere Gangart wechseln, sondern sollte das Pferd schon hier weich bekommen. Grundsätzlich sollte vorher imer geklärt werden, ob das Pferd egsund ist. Häufig sind solche 'festen' Reaktionen auch Hinweise auf Schmerzen. Lassen Sie dies von einen Chiropraktiker oder einem anderen Therapeuten ihres Vertrauens ausschließen.

Ist der Reiter konsequent und gibt dem Pferd immer die gleiche Hilfe oder hat immer die selben Grenzen, dann kann sich das Pferd darauf verlassen. Kann es sich darauf verlassen, dass die Dinge beim Menschen immer gleich sind, kann es ihm vertrauen. Vertraut es dem Menschen, kann es entspannt und zufrieden sein - im Innern wie im Außen.. Um dies zu erreichen, heißt es aber IMMER konsequent und beständig zu sein, indem was man dem Pferd präsentiert. "Zieht ein Pferd dem Reiter zum Besipiel die Zügel aus der Hand, dann heißt es mit der Zügelhand so stabil wie ein Pfosten zu sein. Ziehen oder Rupfen am Zügel würde die Sitation nur verschlimmern. Stattdessen sollte der Reiter seine Hand stehen lassen oder diese auf dem Horn ablegen. Nun kann das Pferd an sich selber ziehen und auch sich selber nachgeben. Denn bleibt die Hand des Reiters stehen, gibt das Pferd der Zügelhand selber nach udn belohnt sich so auch selber. Es findet den Weg alleine. Dies kann aber nur erfolgreich sein, wenn die Hand IMMER stehen bleibt. Am Führstrick, beim Ausritt, in der Halle, bei schlechter oder guter Laune - Ausreden gibt es keine. Deutlich wurde den Teilnehmern, das ein 'Rückwärtsreiten' mit Zügelhänden das Pferd mental immer weiter wegbringt. "Mark Rashids Methode sorgt imer dafür, dass das Pferd versteht, was gerade besprochen wird, das es mitdenkt und nicht bloß Abläufe absprul. Wir wollen alle Partner und keine Maschinen (deshalb haben wir ja Pferde). Amanda Barton und Mark Rashid tragen ihren Teil dazu bei, dass unser Leben ansich und vor allem der mit Pferden jeden Tag immer ein bisschen harmonischer wird.

Amanda wird 2008 wieder in NRW sein!

 


Text & Fotos: Schneider I Horses In Media

nächster Kurs: Januar 2008