Nicht nur bei rasanten Stops und Spins
macht das Westernpferd eine gute Figur, auch unterm Dressursattel
kann es sich sehen lassen. Manolo Oliva, spanischer Dressurausbilder,
zeigt mit Quarter Horse Stute Tabanos Senorita, dass eine korrekte
Pferdeausbildung die Schönheit der Rasse in jeder Reitweise zum
Ausdruck bringen kann.
Aufmerksam stellt die Fuchsstute Ihre Ohren nach vorn. Mit scharfem
Blick beobachtet sie die Umgebung, allzeit bereit zu reagieren. Ihre
Körperhaltung und Sensibilität präsentiert sie schon
an der Hand. Dennoch reagiert die rein Foundation gezogene Stute fein
auf die Hilfen Manolo Olivas, bleibt respektvoll stehen und tritt
zurück.
Spanische Dressur und die Doma Vaquera - das sind die Leidenschaften
des Andalusiers, der in bundesweiten Kursen Reiter und Pferde aller
Disziplinen und Ausbildungsstufen unterrichtet. Oliva, einige Monate
im Jahr in dem bayerischen Reha- und Ausbildungszentrum Widum tätig,
ging an die Arbeit mit seiner neuen Schülerin Sachte heran. „Je
nach Pferd muss ein Ausbilder entscheiden, wie schnell und mit wie
wenig oder viel Druck er ein Pferd arbeiten kann. Die sechsjährige
Quarter Horse-Stute Tabanos Senorita machte von Anfang an willig mit,
ist ein sehr sensibles Tier“, erzählt der Spanier, der
die Stute ausbildete.
Besitzerin Iris Folger, die schon immer
die Liebe für die Dressur hegte, fand in Oliva genau den richtigen
Ausbilder.
„Eigentlich bin ich vom Herzen her ein Westernreiter, habe aber
in meiner Region keinen Ausbilder gefunden, der mir zusagte“,
erzählt die ambitionierte Reiterin. Seitwärtsgänge
wie Travers oder Schulterherein, Vorübungen zur Pirouette oder
Passage gehören für Folger und ihrer War Leo gezogenen Stute
mit zum gymnastizierenden Übungsablauf.
Jedem Pferd sind aber auch körperliche Grenzen gesetzt. Der Körperbau
des Pferdes schreibt dem Trainer vor, welche Lektionen er auf welchem
Niveau trainieren kann. „Pferde werden speziell für bestimmte
Reitweisen gezüchtet, für die sie optimal ‚gebaut’
sind“, erklärt der Ausbilder. Durch ihren ausgefeilten
Körperbau tun sie sich in ihren Disziplinen oft leichter als
Rassen, die nicht dafür gezogen wurden. Das heißt aber
nicht, dass es nur in diese Reitweise gut geritten werden kann. „Durch
adäquate Ausbildung kann jedes Pferd durchlässiger werden,
Hilfen leichter annehmen und durch gezielte Übungen seine Muskulatur
Gesund erhaltend einsetzten“, beschreibt der Dressurreiter,
der über vier Jahre an der Seite von Jean Claude Dysli Westernpferde
ausbildete.
Wer das Quarter Horse aber liebt und nicht unbedingt Westernreiten
möchte, sich im Englisch- oder Spanischsattel wohler fühlt,
muss also keinesfalls auf seine amerikanische Lieblingsrasse verzichten.