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Dass es beim Werfen des Lassos nicht um spielerische Wurfeinheiten geht,
konnten Sie im letzten Teil der Ranch Horse-Serie lesen. Wer also den
Schritt vom seilwerfenden Cowoy am Boden in den Sattel schaffen möchte,
braucht neben dem Spaß daran, handwerkliches Geschick mit dem Seil und
ein gut ausgebildetes Pferd.
"Wer Pferd und Seil nicht kontrollieren kann, hat damit auf dem Pferderücken
nichts verloren", macht Oliver Kraft deutlich. Dies soll kein Plädoyer
zum Spielverderben sein, sondern nur den Ernst des sonst so spaßigen
Ranch-Handwerks verdeutlichen. Unfälle, die durch unsachgemäße Handhabe
eines Lassos geschehen sind häufig fatal: Umwickelt das feste Seil Gegenstände
oder die Beine des Pferdes, und reagiert dieses dann wegen mangelnder
Vorbereitung panisch, sind Stürze, Brüche, oder Sehnenschäden nur die
kleineren Übel - es kann viel schlimmer kommen.
"Ropearbeit
sollte deshalb ernst genommen werden", ergänzt Kraft. "Die Basis muss
stimmen." Und für die muss das Pferd gut auf Berührungen mit dem Seil
(siehe Teil 3) vorbereitet sein und solide einhändig geritten werden
können. "Der Reiter muss also erst am Boden beweisen, bevor es in den
Sattel geht", schlägt der Fachmann vor, dessen Schülerin Bianca gerade
zeigt, wie schwierig die ersten Schritte sind. "Das schwingende Seil
verändert sich immer. Während es schwingt kann es breiter oder schmaler
werden, eine leichte Änderung des Wurfwinkels lässt es in eine andere
Richtung schwenken. Das Seil hat eine Art Eigendynamik und wie mit anderen
Dingen auch, muss man die Situation betrachten, sich anpassen, schauen
wie sich das Seil bewegt und gegebenenfalls dessen Flugform oder -richtung
mit Gefühl beeinflussen", erklärt der Norddeutsche.
"Ropen
lernen als Autodidakt ist möglich, deutsche Literatur zu dem Thema allerdings
rar. Wegen der Sicherheitsaspekte empfiehlt es sich, Kurse zu besuchen,
die immer häufiger angeboten werden. Das Aufnehmen und Sortieren des
Ropes ist eines der wichtigsten Übungen am Boden. Zu jeder Zeit muss
das Lasso richtig aufgewickelt sein, denn nur dann kann der Rancher
es schnell einsetzten. Sind die Wicklungen (Coils) nicht in Laufrichtung
des Seils gewickelt, sind sie sogar verheddert oder ist die Honda (Öse,
durch die die Schlinge läuft) nicht richtig platziert, dann läuft das
Rind im Ernstfall schon über alle Berge.
Schwingen
und Werfen der Schlinge (Loops)
Wie geschwungen wird hängt von dem folgendem Wurf ab. Und dieser - es
gibt an die 30 verschiedene - orientiert sich daran, aus welcher Position
heraus der Reiter das Rind fangen möchte. Der meist als erstes unterrichtete
Wurf ist der Fourhand oder Overhand Throw, gefolgt vom Sidearm Throw,
der seitlich gedreht wird. Will man also das Rind auf der rechten Seite
fangen, mit dem Seil in der rechten Hand, klingt das ja noch einfach.
Was aber, wenn das Seil in der rechten Hand liegt, der Reiter aber damit
ein Rind auf der linken fangen möchte? Dann kommt der Overhand Offside
Throw ins Spiel, die Schlinge wird über die linke Schulter gedreht.
Wie Sie hören: Üben am Boden unter guter Anleitung ist angesagt.
Whoa
und Werfen
Beim Ranch Roping geht es um den gefühlvollen, vielseitigen, präzisen
und technisch anspruchsvollen Umgang mit dem Lasso. Das vorsichtige
Platzieren ist enorm wichtig, damit die zu fangenden Tiere nicht unruhig
werden. Doch nicht nur das Rind soll bedacht werden, auch das Pferd
des Reiters soll behutsam geschult werden. Deshalb verfeinert der Reiter
seine Roping-Fähigkeiten erst auf dem Boden an zahlreichen stehende
Objekten und dann auch mal an sich bewegenden. Erst dann wird die Übung
im Sattel praktiziert. Vom Pferderücken aus können nun im Stand Pylonen
gefangen werden: Diese zieht man noch nicht mit, sondern übt nur das
Werfen, Einholen und Sortieren des Seils. Hier kann schon aus den unterschiedlichen
Positionen heraus gearbeitet werden. Klappt das, kann man im Schritt
fortfahren und irgendwann zu einem fest stehendem Dummy Wechsel. So
baut sich die Arbeit auf, eine langsame, präzise Wurftechnik ist für
das Ropen die richtige Basis. "Lieber langsam viel richtig machen als
schnell viel falsch", empfiehlt der Roping-Fachmann.
Ropes
und Hondas
Ein Schnäppchen sind richtige Ropes nicht. Hier trennt sich meist die
Spreu vom Weizen und nur ein echt an der Lassoarbeit interessierter
Reiter greift zu guter Qualität, die sich aber lohnt: Die meisten Lassos
sind heute aus Kunststofffaser oder Rohhaut, lassen Sie sich im Fachgeschäft
gut beraten. Ende des 19. Jahrhundert wurden auch Ropes aus Hanfseil
gefertigt. Der Vaquero verwendet meist Rohleder-Ropes. Lassos unterscheiden
sich in ihren Stärken und welches da für wen das richtige ist, hängt
vom eigenen Gefühl ab. "Jeder braucht sein Wohlfühl-Seil, jede Hand
die passende Seilstärke. Dass Rancher John mit seinen Arbeiterhänden
eine andere Stärke bevorzugt als das 48-Kilogramm leichte Cowgirl klingt
dabei einleuchtend. Als Honda bezeichnet man die aus Plastik, Metall
oder Leder/Rohhaut geformten Ösen, durch die das Seil der Schlinge läuft.
In Deutschland sorgen Brakeaway-Hondas dafür, dass das Seil auf Zug
aufgeht. Jeder Einsteiger sollte dies benutzen, eine geschlossene Honda
sollte nur von Könnern verwendet werden. Rika Schneider / Horses In
Media Roping-Kurse ? Ropingkurse Oliver Kraft, Tel. 0179-1184510 ? Ranch
Roping Schule Deutschland, www.ranchroping.de ? Ropingskurse Österreich,
www.roping.at ? Ropingkurse mit Alfonso Aquilar, www.aguilarnaturalconcepts.com
? Ranch Kurse mit Wayne Meason, www.circlel.de Entweder lustiger Aufmacher
groß DSC_0118 oder solider Aufmacher groß: DSC_0205 DSC_0179 Es muss
nicht unbedingt der Buckaroo- oder Ropingsattel sein - ein solides,
hohes Horn für ein ‚Dalley' sollte jedoch vorhanden sein. DSC_0181 Oliver
Kraft ‚roped' mit Leib und Seele - lernen kann man von dem Norddeutschen
in Kursen. DSC_0117 Wichtig: Das Rope muss zu jeder Zeit anständig aufgerollt
sein, nur dann kann der Reiter effektiv und sicher damit arbeiten. DSC_0095
Locker und unverkrampft aus dem ganzen Arm heraus schwingt Oliver Kraft
das Seil und wirft dies aus den verschiedensten Winkeln. DSC_0159 oder
DSC_0164 Das Lasso kann beeinflusst werden: Es kann von unten nach oben,
seitlich, schräg, schnell oder langsam fallen - Gefühl und Sachverstand
bestimmt dabei das Ergebnis. DSC_0190 Wichtig ist, dass das Pferd vom
Boden aus gut auf die Arbeit mit dem Rope' vorbereitet ist und auch
der Reiter die Würfe sicher auf dem ‚Trocknen' beherrscht. Erst dann
sollten im Stand vom Sattel aus geübt werden. DSC_0236 Die Pylone, die
noch locker wegrutschen kann, wird im Laufe der Ausbildung durch ein
festes Objekt, wie dieses Holzpferd hier oder ein Rinder-Dummy, ersetzt
werden. DSC_0213 Von rechts, links, oben oder unten - für eine der zahlreichen
Wurftechniken muss der Reiter situationsbedingt entscheiden. DSC_0244
In Deutschland sind auf Turnieren nur ‚Brakeaway-Hondos' erlaubt, die
bei Druck auf der Schlinge aufgehen - für Roping-Einsteiger sind sie
unerlässlich, für die richtige Rancharbeit nicht zu gebrauchen.
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Text & Fotos: Schneider
I Horses
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Das Lasso kann beeinflusst werden: Es kann von unten
nach oben, seitlich, schräg, schnell oder langsam fallen - Gefühl und
Sachverstand bestimmt dabei das Ergebnis.

Wichtig ist, dass das Pferd vom Boden aus gut auf die Arbeit mit dem
Rope' vorbereitet ist und auch der Reiter die Würfe sicher auf dem ‚Trocknen'
beherrscht. Erst dann sollten im Stand vom Sattel aus geübt werden.

Die Pylone, die noch locker wegrutschen kann, wird im Laufe der Ausbildung
durch ein festes Objekt, wie dieses Holzpferd hier oder ein Rinder-Dummy,
ersetzt werden.

Von rechts, links, oben oder unten - für eine der zahlreichen Wurftechniken
muss der Reiter situationsbedingt entscheiden.

Oliver Kraft ‚roped' mit Leib und Seele - lernen kann man von dem Norddeutschen
in Kursen.

Es muss nicht unbedingt der Buckaroo- oder Ropingsattel sein - ein solides,
hohes Horn für ein ‚Dalley' sollte jedoch vorhanden sein.

In Deutschland sind auf Turnieren nur ‚Brakeaway-Hondos' erlaubt, die
bei Druck auf der Schlinge aufgehen - für Roping-Einsteiger sind sie
unerlässlich, für die richtige Rancharbeit nicht zu gebrauchen.
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