Ranch Horse Asubildung Teil 4:
Loops im Sattel - Würfübungen mit dem Lasso

Es sieht nicht nur ‚cool' aus, wenn der Cowboy sein Lasso schwingt, es ist zudem noch äußerst effizient bei der
täglichen Rancharbeit. Warum und für wen Ropen sinnvoll ist und wie einzelne Wurfübungen aussehen, erläutert
Ihnen Roping-Experte Oliver Kraft.

Dass es beim Werfen des Lassos nicht um spielerische Wurfeinheiten geht, konnten Sie im letzten Teil der Ranch Horse-Serie lesen. Wer also den Schritt vom seilwerfenden Cowoy am Boden in den Sattel schaffen möchte, braucht neben dem Spaß daran, handwerkliches Geschick mit dem Seil und ein gut ausgebildetes Pferd.
"Wer Pferd und Seil nicht kontrollieren kann, hat damit auf dem Pferderücken nichts verloren", macht Oliver Kraft deutlich. Dies soll kein Plädoyer zum Spielverderben sein, sondern nur den Ernst des sonst so spaßigen Ranch-Handwerks verdeutlichen. Unfälle, die durch unsachgemäße Hand
habe eines Lassos geschehen sind häufig fatal: Umwickelt das feste Seil Gegenstände oder die Beine des Pferdes, und reagiert dieses dann wegen mangelnder Vorbereitung panisch, sind Stürze, Brüche, oder Sehnenschäden nur die kleineren Übel - es kann viel schlimmer kommen.

"Ropearbeit sollte deshalb ernst genommen werden", ergänzt Kraft. "Die Basis muss stimmen." Und für die muss das Pferd gut auf Berührungen mit dem Seil (siehe Teil 3) vorbereitet sein und solide einhändig geritten werden können. "Der Reiter muss also erst am Boden beweisen, bevor es in den Sattel geht", schlägt der Fachmann vor, dessen Schülerin Bianca gerade zeigt, wie schwierig die ersten Schritte sind. "Das schwingende Seil verändert sich immer. Während es schwingt kann es breiter oder schmaler werden, eine leichte Änderung des Wurfwinkels lässt es in eine andere Richtung schwenken. Das Seil hat eine Art Eigendynamik und wie mit anderen Dingen auch, muss man die Situation betrachten, sich anpassen, schauen wie sich das Seil bewegt und gegebenenfalls dessen Flugform oder -richtung mit Gefühl beeinflussen", erklärt der Norddeutsche.

"Ropen lernen als Autodidakt ist möglich, deutsche Literatur zu dem Thema allerdings rar. Wegen der Sicherheitsaspekte empfiehlt es sich, Kurse zu besuchen, die immer häufiger angeboten werden. Das Aufnehmen und Sortieren des Ropes ist eines der wichtigsten Übungen am Boden. Zu jeder Zeit muss das Lasso richtig aufgewickelt sein, denn nur dann kann der Rancher es schnell einsetzten. Sind die Wicklungen (Coils) nicht in Laufrichtung des Seils gewickelt, sind sie sogar verheddert oder ist die Honda (Öse, durch die die Schlinge läuft) nicht richtig platziert, dann läuft das Rind im Ernstfall schon über alle Berge.

Schwingen und Werfen der Schlinge (Loops)
Wie geschwungen wird hängt von dem folgendem Wurf ab. Und dieser - es gibt an die 30 verschiedene - orientiert sich daran, aus welcher Position heraus der Reiter das Rind fangen möchte. Der meist als erstes unterrichtete Wurf ist der Fourhand oder Overhand Throw, gefolgt vom Sidearm Throw, der seitlich gedreht wird. Will man also das Rind auf der rechten Seite fangen, mit dem Seil in der rechten Hand, klingt das ja noch einfach. Was aber, wenn das Seil in der rechten Hand liegt, der Reiter aber damit ein Rind auf der linken fangen möchte? Dann kommt der Overhand Offside Throw ins Spiel, die Schlinge wird über die linke Schulter gedreht. Wie Sie hören: Üben am Boden unter guter Anleitung ist angesagt.

Whoa und Werfen
Beim Ranch Roping geht es um den gefühlvollen, vielseitigen, präzisen und technisch anspruchsvollen Umgang mit dem Lasso. Das vorsichtige Platzieren ist enorm wichtig, damit die zu fangenden Tiere nicht unruhig werden. Doch nicht nur das Rind soll bedacht werden, auch das Pferd des Reiters soll behutsam geschult werden. Deshalb verfeinert der Reiter seine Roping-Fähigkeiten erst auf dem Boden an zahlreichen stehende Objekten und dann auch mal an sich bewegenden. Erst dann wird die Übung im Sattel praktiziert. Vom Pferderücken aus können nun im Stand Pylonen gefangen werden: Diese zieht man noch nicht mit, sondern übt nur das Werfen, Einholen und Sortieren des Seils. Hier kann schon aus den unterschiedlichen Positionen heraus gearbeitet werden. Klappt das, kann man im Schritt fortfahren und irgendwann zu einem fest stehendem Dummy Wechsel. So baut sich die Arbeit auf, eine langsame, präzise Wurftechnik ist für das Ropen die richtige Basis. "Lieber langsam viel richtig machen als schnell viel falsch", empfiehlt der Roping-Fachmann.

Ropes und Hondas
Ein Schnäppchen sind richtige Ropes nicht. Hier trennt sich meist die Spreu vom Weizen und nur ein echt an der Lassoarbeit interessierter Reiter greift zu guter Qualität, die sich aber lohnt: Die meisten Lassos sind heute aus Kunststofffaser oder Rohhaut, lassen Sie sich im Fachgeschäft gut beraten. Ende des 19. Jahrhundert wurden auch Ropes aus Hanfseil gefertigt. Der Vaquero verwendet meist Rohleder-Ropes. Lassos unterscheiden sich in ihren Stärken und welches da für wen das richtige ist, hängt vom eigenen Gefühl ab. "Jeder braucht sein Wohlfühl-Seil, jede Hand die passende Seilstärke. Dass Rancher John mit seinen Arbeiterhänden eine andere Stärke bevorzugt als das 48-Kilogramm leichte Cowgirl klingt dabei einleuchtend. Als Honda bezeichnet man die aus Plastik, Metall oder Leder/Rohhaut geformten Ösen, durch die das Seil der Schlinge läuft. In Deutschland sorgen Brakeaway-Hondas dafür, dass das Seil auf Zug aufgeht. Jeder Einsteiger sollte dies benutzen, eine geschlossene Honda sollte nur von Könnern verwendet werden. Rika Schneider / Horses In Media Roping-Kurse ? Ropingkurse Oliver Kraft, Tel. 0179-1184510 ? Ranch Roping Schule Deutschland, www.ranchroping.de ? Ropingskurse Österreich, www.roping.at ? Ropingkurse mit Alfonso Aquilar, www.aguilarnaturalconcepts.com ? Ranch Kurse mit Wayne Meason, www.circlel.de Entweder lustiger Aufmacher groß DSC_0118 oder solider Aufmacher groß: DSC_0205 DSC_0179 Es muss nicht unbedingt der Buckaroo- oder Ropingsattel sein - ein solides, hohes Horn für ein ‚Dalley' sollte jedoch vorhanden sein. DSC_0181 Oliver Kraft ‚roped' mit Leib und Seele - lernen kann man von dem Norddeutschen in Kursen. DSC_0117 Wichtig: Das Rope muss zu jeder Zeit anständig aufgerollt sein, nur dann kann der Reiter effektiv und sicher damit arbeiten. DSC_0095 Locker und unverkrampft aus dem ganzen Arm heraus schwingt Oliver Kraft das Seil und wirft dies aus den verschiedensten Winkeln. DSC_0159 oder DSC_0164 Das Lasso kann beeinflusst werden: Es kann von unten nach oben, seitlich, schräg, schnell oder langsam fallen - Gefühl und Sachverstand bestimmt dabei das Ergebnis. DSC_0190 Wichtig ist, dass das Pferd vom Boden aus gut auf die Arbeit mit dem Rope' vorbereitet ist und auch der Reiter die Würfe sicher auf dem ‚Trocknen' beherrscht. Erst dann sollten im Stand vom Sattel aus geübt werden. DSC_0236 Die Pylone, die noch locker wegrutschen kann, wird im Laufe der Ausbildung durch ein festes Objekt, wie dieses Holzpferd hier oder ein Rinder-Dummy, ersetzt werden. DSC_0213 Von rechts, links, oben oder unten - für eine der zahlreichen Wurftechniken muss der Reiter situationsbedingt entscheiden. DSC_0244 In Deutschland sind auf Turnieren nur ‚Brakeaway-Hondos' erlaubt, die bei Druck auf der Schlinge aufgehen - für Roping-Einsteiger sind sie unerlässlich, für die richtige Rancharbeit nicht zu gebrauchen.


Text & Fotos: Schneider I Horses In Media

• Ropingkurse Oliver Kraft I Tel. 0179-1184510
• Ranch Roping Schule Deutschland
I www.ranchroping.de
• Ropingskurse Österreich
I www.roping.at
• Ropingkurs A. Aquilar
www.aguilarnaturalconcepts.com
• Ranch Kurse mit Wayne Meason
I www.circlel.de

 


Das Lasso kann beeinflusst werden: Es kann von unten
nach oben, seitlich, schräg, schnell oder langsam fallen - Gefühl und Sachverstand bestimmt dabei das Ergebnis.


Wichtig ist, dass das Pferd vom Boden aus gut auf die Arbeit mit dem Rope' vorbereitet ist und auch der Reiter die Würfe sicher auf dem ‚Trocknen' beherrscht. Erst dann sollten im Stand vom Sattel aus geübt werden.


Die Pylone, die noch locker wegrutschen kann, wird im Laufe der Ausbildung durch ein festes Objekt, wie dieses Holzpferd hier oder ein Rinder-Dummy, ersetzt werden.


Von rechts, links, oben oder unten - für eine der zahlreichen Wurftechniken muss der Reiter situationsbedingt entscheiden.


Oliver Kraft ‚roped' mit Leib und Seele - lernen kann man von dem Norddeutschen in Kursen.


Es muss nicht unbedingt der Buckaroo- oder Ropingsattel sein - ein solides, hohes Horn für ein ‚Dalley' sollte jedoch vorhanden sein.


In Deutschland sind auf Turnieren nur ‚Brakeaway-Hondos' erlaubt, die bei Druck auf der Schlinge aufgehen - für Roping-Einsteiger sind sie unerlässlich, für die richtige Rancharbeit nicht zu gebrauchen.