Bernd Hackl: Was tun, wenn das
Pferd mit dem Kopf schlägt?

"Headshaker oder Ausbildungsfehler?"

Grundsätzlich muss man erst einmal herausfinden, warum ein Pferd beim Reiten mit dem Kopf schlägt: ist es ein Headshaker oder ist dieses Problem das Ergebnis mangelnder Ausbildung? Auch die Zäumung kann Grund für so ein Verhalten sein: Hat das Gebiss die richtige Größe oder klemmt es die Haut in den Maulwinkeln ein?
Hat das Pferd vielleicht gesundheitliche Probleme wie eine entzündete Ohrspeicheldrüse, die auch durch zu langes Reiten in zu starker Beizäumung kommen kann? Die Suche nach der Ursache ist hier äußerst wichtig.

Headshaker sind Allergiker, deren Heilungschancen sehr gering sind, deren Verhalten aber durchaus zu verändern sind. Da sie sehr empfindlich auf kitzelnde Berührungen am Kopf reagieren, sollten Sie darauf achten, dass jegliche Lederbommeln an Trensen abgeschnitten oder verknotet werden. Eine Fliegenmaske mit Ohren und / oder ein Nasencover kann zusätzliche Abhilfe schaffen. Auch das Rasieren des Schopfes oder des oberen Mähnenansatzes kann das Pferd von kitzelnden Haaren befreien.

Ausbildungsfehler sollten von einem professionellen Trainer objektiv beurteilt werden und durch regelmäßigen Unterricht minimiert werden. Häufig sind zu ruckartige Zügelhilfen im Pferdemaul die Ursache und eine Ausbildung, bei der das Pferd nicht adäquat von hinten ans Gebiss heran geritten wird. Pferde können dadurch lernen, sich durch Kopfschlagen zu entziehen.
Folgende Übungen können helfen:
• Lassen Sie Ihr Pferd erst einmal locker am langen Zügel Schritt gehen.
• Beginnen sie nun, es mit den Schenkeln treibend, ins Gebiss zu reiten. Nehmen Sie die Zügel dafür weich auf, treiben Sie gefühlvoll mit den Schenkeln und warten Sie darauf, dass das Pferd im Genick nachgibt und im Maul weich wird. Nimmt es immer wieder den Kopf hoch, lassen Sie Ihre Hand einfach stehen. Gibt es nach, geben Sie dem Pferd dann nur einige Zentimeter und lassen Sie die Hand dann wieder stehen. Es muss lernen, dass der Zügel begrenzend wirkt. Schmeißen Sie die Zügel also nicht einfach weg. Das Pferd muss erst lernen in Anlehnung zu laufen. Es soll immer wieder von einer Spannungs- in eine Entspannungshaltung kommen.
• Zusätzlich ist es wichtig, an der Biegung des Pferdes zu arbeiten. Stellen Sie es auf einer Gerade immer wieder abwechselnd nach innen und außen. Das Pferd soll dabei gerade bleiben, nur Kopf/Hals biegen sich lateral.
• Klappt das zuverlässig, können Sie auch mal im Trab nach seitlicher Nachgiebigkeit fragen. Hier ist es vielleicht förderlich, mit dem inneren Schenkel stärkere Hilfen zu geben, damit das Pferd nicht nach innen läuft. • Ins Gebiss treiben, kann dann im Trab geübt werden. Hier werden die Spannungs- und Entspannungsphasen durch das höhere Tempo etwas kürzer. Wichtig: Zügel nicht ohne Schenkelhilfe einsetzten, dass Pferd soll ja lernen, mit den Hinterbeinen fleißig mit zu laufen.



Lesen Sie dazu auch die Meinung von
Verhaltensexpertin Dr. Barbara Schöning

Infos: Bernd & Sabine Hackl
Trainingsstall Leuthenmühle
Leuthenmühle 1 & 2
94239 Ruhmannsfelden
Tel. 09929-958695

 

 

 

 

 

 


Nach einigen entspannten Schrittrunden…


…kann das Pferd mit gefühlvoller Schnenkelhilfe in das Gebiss geritten werden.
Wichtig ist, dass es mit dem Kopf immer wieder vorne rausgelassen wird.


Seitliches Biegen sollte zu den täglichen Grundübungen gehören.


Vorsicht: nicht passende Mundstücke können die Haut der Mundwinkel einquetschen - dieses ist zu breit für das Pferd.


Headshaker reagieren empfindlich auf kleinste Berührungen am Kopf. Ein Nasenschutz kann in der Fliegenzeit helfen.