Frauke Behrens:
Was tun, wenn das Pferd
über die Schulter läuft?

"Das Becken gibt die Richtung an"

Ganz gleich ob im Schritt, Trab oder Galopp, auf dem Reitplatz oder im Gelände - jegliche Sitzeinwirkungen des Reiters nimmt das Pferd unter dem Sattel wahr.

Ein Reitersitz, der gegen die Bewegung des Pferdes sitzt, muss dass Pferd ausgleichen, um nicht die Balance zu verlieren. Also um nicht umzufallen. Je nach Ausbildungsstand kann das Pferd solches "Fehlsitzen" kompensieren. Optimal für das Verständnis des Pferdes aber ist ein Reiter, der im Drehsitz mit der Bewegung des Pferdes harmoniert. Das heißt, dass seine Schultern immer im Einklang mit den Pferdeschultern sind, sein Becken mit der Hüfte des Pferdes und sein Kopf in dieselbe Richtung blickt wie die des Pferdes.

• Wirkt der Reiter zu stark mit dem inneren Zügel ein, so verliert das Pferd die Balance und tritt nach außen. Alles was ich an der Innenseite des Pferdes mache hat eine Auswirkung auf die Außenseite des Pferdes. Damit es also nicht nach draußen läuft, rahme ich es ein, lege den äußeren Schenkel verwahrend an. Hierbei spielt auch die Haltung meines Kopfes eine wichtige Rolle, denn dieser bestimmt die so wichtige Lage meines Beckens. Ist mein Kopf nach rechts unten gelehnt, knickt auch meine Hüfte ein und mein Becken ist einseitig belastet. Das Reiten mit Gymnastikschlingen ist hier eine äußerst effektive Übung.

• Schwierigkeiten beim Einrahmen des Pferdes entstehen häufig durch unterschiedlich stark ausgeprägte Kniemuskulatur. Suchen Sie sich einen Übungspartner, setzten Sie sich mit ihm gegenüber auf zwei Stühle und drücken Sie seine Knie mit den Ihren auseinander, während Ihr Partner versucht, Ihre zusammenzudrücken. Bei dieser spielerischen Übung werden Schwächen schnell sichtbar, die für das Reiten wieder aufgebaut werden müssen.
Machen Sie sich die Funktion Ihrer Knie bewusst: Nehmen Sie sich einen Tennisball, zeigen Sie ihn ihrem Pferd. Klemmen Sie diesen nun eine Handbreit oberhalb des Knies zwischen Sattelpausche und Bein.
Reiten Sie so Schritt, Trab, Galopp. Dann auf der anderen Seite wiederholen. Sie werden vielleicht das erste Mal feststellen, was Ihre Knie wo im Sattel welche Aufgaben haben. Dokumentation: Rika Schneider

 


Text & Foto: Schneider I Horses In Media

Frauke Behrens Homepage

Infos: Frauke Behrens I Tel. 0171-2702922 info@behrens-sitzschulung.de