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Gesundheit
und Wohlbefinden des Reiters
Mit Physiotherapie locker & leicht im Sattel |
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Nur wenn Muskeln, Nerven
und Gelenke optimal zusammenarbeiten, können Sportler Höchstleistung
vollbringen. Die meisten lassen sich deshalb physiotherapeutisch betreuen.
Beim Reiten erschweren oft Verspannungen, Blockaden oder Fehlhaltungen
die angestrebte Harmonie und Leichtigkeit im Sattel. Wie Reiter-Physiotherapie
dabei helfen kann, lesen Sie im 4. Teil der KAVALLO-Serie "Gesundheit
und Wohlbefinden des Reiters". (6/06)
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Mit einem Reitschüler auf dem Rücken springt das zwischen Pilaren angebundene Pferd Kapriolen - Unterricht auf gut ausgebildeten Pferden war zu Zeiten der alten Meister selbstverständlich, denn der unabhängige Sitz des Reiters war unbestrittene Voraussetzung für gutes Reiten. "Und daran hat sich bis heute nichts geändert", betont Reiter-Physiotherapeutin Frauke Behrens. "Um ein Gefühl für den eigenen Sitz zu erhalten, ohne sich dabei an den Zügeln festzuhalten, oder zu verkrampfen schulte man die Reiter in verschiedenen, kontrollierten Extremsituationen. Nur wenn man weiß, wie sich ein Pferd in der Piaffe unter einem anfühlt, kann man dies auch reiten. An der spanischen Hofreitschule in Wien verbringen die so genannten Eleven, (Schüler) viele Jahre an der Longe, um ihren Sitz zu perfektionieren." Frauke Behrens orientiert sich reiterlich an den Grundsätzen alter Reitmeister, die wussten, wie wichtig das richtige Zusammenspiel von Muskeln, Nerven, Gelenke und Geist für adäquates Reiten ist. Darauf beruhend, was der Körper kann, unterrichtet die Sitzkorrektur nach physiotherapeutischen Grundsätzen - und das beginnt nicht immer im Sattel. Leichter & feiner - nur wie? Harmonie und Leichtigkeit im Sattel, das wünscht sich fast jeder Reiter. Doch wie soll das klappen, wenn der eigene Rücken zwickt oder alte Angewohnheiten wie vor- oder hinter der Senkrechte sitzen, aufs Pferd gucken oder die Hacken hochziehen immer wieder zu Tage treten? Körperliche Flexibilität, gute Koordinationsfähigkeit und Nutzung der richtigen Muskulatur sind daher zu beurteilen und durch gezielte Übungen zu verbessern. "In einer Sitzschulung durch Physiotherapie werden Reiter und Pferd in allen drei Gangarten gefilmt. Dieses Video wird dann gemeinsam analysiert, starke Fehlhaltungen oder Angewohnheiten werden dort schon sichtbar", beschreibt die Physiotherapeutin aus Niedersachsen einen Kursablauf. Körperliche Mängel des Reiters können hier schon mit effizienten Bodenübungen beseitigt werden. Was auf dem Boden noch recht leicht ist, scheint im Sattel umso schwieriger. "Man muss sich mal bewusst machen, wie sich ein Mensch auf dem Pferderücken bewegt. Kann sein Körper die dreidimensionale Bewegung, die das Pferd auf ihn überträgt, überhaupt auffangen? Reiter haben häufig körperliche Fehlhaltungen, die ihm dies unmöglich machen", erklärt Behrens. "In so einem Fall kann auch der beste Reitunterricht langfristig keine Früchte tragen - die Fehlhaltungen bleiben. Erst wenn die Bewegungen von Reiter und Pferd miteinander harmonisieren, entsteht das Bild, dass der Reiter im Pferd sitzt." Die Suche nach den Übeltätern In der Sitzschulung von Behrens werden die motorische Reaktionen vom Körper des Reiters in einzelne Komponenten gegliedert und analysiert. In welcher Bewegung kann der Reiter die Bewegung vom Pferd nicht aufnehmen: a) beim Vor und Zurück, b) in der der Rotation oder c) der seitlichen Bewegung. Nach dieser Analyse wird am Boden geschaut, warum der Körper des Reiters manche Bewegungen nicht ausführen kann. Vielleicht kann er das Vor und Zurück nicht ausführen weil eine Blockade in den Kreuzdarmbeingelenken vorliegt, ihn ein alter Bandscheibenvorfall in Ausweichbewegungen reagieren lässt oder der Sattel kein optimales Mitschwingen zulässt. Vielleicht ist auch Angst im Spiel. Diese bewirkt immer einen höheren Anspannungsgrad der Muskulatur und verhindert die Losgelassenheit des Reiters und somit das synergetische Zusammenspiel der Muskulatur. Weiter wird geschaut wie das Pferd das fehlerhafte Mitschwingen oder das eventuelle Schiefsitzen kompensiert hat. Anschließende Übungen auf dem Boden helfen Blockaden zu lösen. Die einzelnen Puzzleteile Nachdem die Ursache gefunden wurde,
wird nun auf dem Pferd versucht, ein neues Bewegungsmuster einzuüben.
Dies geschieht mit Hilfe von physiotherapeutischen Hilfsmitteln, zwei
einfachen Tools, die wahre Wunder vollbringen können. Ziel: das ganze Bild Nachdem diese methodische Anwendung eine Zeit lang auf den Körper eingewirkt hat wird der gesamte Bewegungsablauf zusammengesetzt. Der Reiter erhält nun Übungsaufgaben als Hausaufgabe, durch die er das neue Bewegungsmuster verinnerlichen und ins Unterbewusstsein abspeichern kann. Durch diese Methode, die Behrens vor vielen Jahren entwickelt hat, lernen Reiter, ihre Fehlhaltungen oder Angewohnheiten im Sattel zu erkennen und zu beheben. Rät ein Reitlehrer Woche für Woche "die Hacken runter zu nehmen", wird der Schüler das vielleicht erst ändern können, wenn er dies einmal gespürt hat. Das theoretische Wissen, wie man reiten sollte, hilft nicht immer weiter. Dank der einfachen Hilfsmittel ist ein Umsetzten der Übungen auch auf dem heimischen Reitplatz ohne viel Aufwand umsetzbar und der Körper des Reiters erfährt den richtigen Sitz durch motorische Gegebenheiten. Voraussetzung für einen harmonischen, leichten und schmerzfreien Ritt ist und bleibt aber: Interesse am Pferd, am eigenen Körper und an einer gemeinsamen, ehrlichen Entwicklung. Und paart man das mit einer Prise Fleiß, dann steht dem lohnenswerten Preis "Leichtigkeit für Reiter und Pferd" nichts mehr im Wege.
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