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Vorbeugung beginnt bereits im Fohlenalter, denn durch unterschiedliche
Haltungsmängel - einschließlich Vernachlässigung der
Hufpflege und/oder fehlende Hufkorrektur - werden die Grundlagen für
viele spätere Probleme bereits gelegt. Im Folgenden soll die verbreitetste
Erkrankung der Hufe, die sogenannte Fütterungs-Hufrehe, besprochen
werden, da diese Erkrankung zunehmend als „Zivilisationserkrankung“
auf dem Vormarsch zu sein scheint.
Hufrehe ist die Folgeerscheinung entweder einer akut-kurzfristigen,
manchmal auch periodisch auftretenden oder oft auch ständig fortdauernden
Unterbrechung des Blutflusses zur Huflederhaut aus unterschiedlichen
Ursachen. Die gesunde Huflederhaut sichert das Hufbein (das ist ein
keilförmiger Knochen) im Fuß des Pferdes gegen die Hornwand.
Durch einen die Hufrehe kennzeichnenden Entzündungsprozess wird
die Huflederhaut durchweg nachhaltig beschädigt und die Verbindung
des Hufbeins zur Hornwand beeinträchtigt. Im fortschreitenden Stadium
können sich Hufbein und Hornwand sogar trennen, weil die beschädigte
Huflederhaut nun nicht mehr in der Lage ist, die Verbindung des Hufbeins
zur Hornwand statisch aufrechtzuerhalten. Dadurch kann sich das Hufbein
im Fuß nach unten verschieben und die Hornsohle durchbrechen.
Hufrehe kann einen oder alle Hufe betreffen, meist sind beide vorderen
Gliedmaßen betroffen. Die einzig wirksame Maßnahme gegen
Hufrehe ist Vorbeugung.
Aktuell: Früherkennung und vorbeugende Therapie
Ein Team der veterinärmedizinischen Fakultät der Freien Universität
Berlin fand heraus, dass bei Fütterungsrehe in der Entstehungsphase
(sog. Initialzeit) bereits Anzeichen feststellbar sind – noch
bevor die Hufreheerkrankung sich mit klinischen Symptomen manifestiert
hat (RAU, VETimpulse Nr. 24, 2005). Aus dieser Früherkennung ergeben
sich neue Möglichkeiten zur vorbeugenden Therapie, die den Prozess
stoppen können. Gelingt dies, lahmt das betroffene Pferd erst gar
nicht und zeigt auch nicht die für Hufrehe typische Schmerzstellung.
In der Entstehungsphase bewegt sich ein betroffenes Pferd zwar noch
normal und zeigt kein geändertes Fressverhalten, doch sind die
Wärmeverhältnisse im Huf bereits anders als normal verteilt
– und dieses Stadium gilt es rechtzeitig zu erkennen: Beim unauffälligen
Huf eines „Normalpferdes“ nimmt die Temperatur von der Krone
bis zum Tragrand ab (das Temperaturgefälle beträgt etwa 1
° C je cm), in der Initialzeit aber ändert sich die Wärmeverteilung,
sie besteht nun in einem zungenartigen Bereich an der Seitenwand des
Hufes, der dann die gleiche Temperatur zeigt, wie sie im Bereich der
Hufkrone herrscht!
Dies kann durch ein Wärmebild (sog. Thermografie) relativ einfach
gemessen werden. Hierzu bedient man sich einer handlichen, mobilen Wärmekamera
(z. B. Pyrometer „HorseScan“ der Firma
Raytek). Der (preislich erschwingliche)
Pyrometer misst berührungslos die Temperatur am anvisierten Körperpunkt.
Er ist ein empfehlenswertes Hilfsmittel, das Betreuer vordisponierter
bzw. leichtfuttriger Pferde im Interesse der Vierbeiner erwerben und
einsetzen sollten. Mit ihm kann (und sollte) auch kontrolliert werden,
ob und in welchem Maß eine Kühltherapie Erfolg hat (Wartezeiten
von etwa vier Stunden bis zur Messung nach Kühlung sind einzukalkulieren,
denn diese Zeit muss verstreichen, damit sich die maßgebende körpereigene
Huftemperatur wieder einstellt).
Die vorbeugende Therapie (sie führt im besten Fall zur völligen
Beseitigung der Problematik ohne jeden Medikamenteneinsatz) muss sofort
bei festgestellten Wärmebildveränderungen, die eine Entstehungsphase
belegen, einsetzen. Zu veranlassen sind (neben der Korrektur risikoreicher
Haltungs- und Fütterungsmaßnahmen und nun laufend begleitender
Wärmemessungen):
1. Kühlen der betroffenen Hufe (u. U. mehrere Wochen erforderlich;
hierzu benutzt man Wasser speichernde Hufglocken mit Polstereinlagen,
die jeweils abwechselnd im Kühlschrank auf 6 ° C heruntergekühlt,
anschließend für etwa eine Stunde angelegt und dann wieder
heruntergekühlt werden) und
2. huforthopädische Versorgung durch Hochstellen der Trachten (was
nachweislich erfolgreich ist, um Lageveränderungen des Hufbeins
zuvorzukommen – vergleiche in diesem Zusammenhang die kritischen
Ausführungen zum Komplex „Trachtenkürzung“ am
Ende des Artikels).
Man
unterscheidet verschiedene Arten von Hufrehe, die gleiche oder jedenfalls
ähnliche Auswirkungen zeigen.
Fütterungsrehe ist die häufigste Rehe und
wird primär verursacht durch Aufnahme großer Mengen energiereichen
Futters. Auslöser sind in erster Linie stark kohlenhydratreiche
Futtermittel, z. B. Kraftfuttermittel oder besonders zuckerhaltiges
Grünfutter. Der Rehe auslösende Schwellenwert wird immer dann
erreicht, wenn in kurzer Zeit naturwidrige Futtermengen mit hoher Energiedichte
gefressen werden, die das Pferd nicht schadlos verwerten kann. Frisst
ein Pferd z. B. eine übergroße Menge Hafer (dieser ist reich
an Kohlenhydraten!) in einer Portion, dann presst der Magen, weil er
unnatürlich mit Körnerbrei überladen ist, dieses Futter
erheblich zu schnell und deshalb teils unvollständig vorverdaut
in den Dünndarm. Danach gelangt das Futter in den Blinddarm, der
als „Gärkammer“ u. a. etliche Milliarden Rohfaser verdauende
Bakterien, aber auch große Kolonien solcher Bakterien, die Kohlenhydrate
verdauen, enthält. Durch das Überangebot an Kohlenhydraten
vermehren sich nun explosionsartig alle jene Bakterien, die Kohlenhydrate
verdauen – es entsteht zunächst ein Ungleichgewicht zwischen
den unterschiedlichen Bakterienarten. Da die massenhaft sich vermehrenden
Kohlenhydrat-Bakterien nun auch noch erheblich mehr Milchsäure
als normal produzieren, verändert sich der Säurezustand (gemessen
als sog. pH-Wert) im Darm von 7 (= neutral) auf etwa 6 (= sauer). Durch
dieses veränderte Darmmilieu setzt wiederum ein Massensterben der
Rohfaser-Bakterien ein, für die dieses saure Milieu lebensfeindlich
ist. Die Rohfaser-Bakterien enthalten Endotoxine (Giftstoffe), die beim
Absterben freigesetzt werden. Zusammen mit Milchsäure werden diese
Giftstoffe aus dem Darm in die Blutbahn aufgesogen, das führt u.
a. zu einer Übersäuerung des Organismus. Daraus resultieren
als Folge Entzündungsprozesse mit Durchblutungsstörungen der
Huflederhaut, was Schwellungen/Ödeme und enormen Druckschmerz im
Huf verursacht. Die Oberhautblättchen lösen sich von den Lederhautblättchen
und der Abstand von Hufbein und Hufwand vergrößert sich in
dem Maße, in dem sich beide voneinander lösen.
Wird dieser Rehe-Vorgang nicht schon frühzeitig erkannt
und gestoppt (was durch Wärmemessungen möglich ist; siehe
einleitenden Text), dann liegt meist bereits innerhalb von 48 Stunden
eine chronische Rehe vor ? mit kaum noch aufzuhaltenden schwerwiegenden
Folgeschäden. Diese zeigen sich u. U. im Absinken des Hufbeins
in die Kapsel, in einer Rotation des Hufes um das Hufgelenk, wobei die
Hufbeinspitze zum Boden hin tendiert, oder in einer Kombination dieser
Formvarianten. Bei schwerer Rehe drückt die Hufbeinspitze stark
auf die Hufsohle. Die Hufbeinspitze weicht dem Druck von unten aus durch
Verformung (sog. Nasenbildung). In schwersten Fällen bricht die
Hufbeinspitze durch die Sohle. Das Endstadium bildet das sogenannte
Ausschuhen, bei dem sich die Hufkapsel komplett ablöst - was in
der Regel zum Verlust des Pferdes führt.
Erkennungsmerkmale/Sofortmaßnahmen bei Hufrehe:
1. Unruhe, gestörtes Allgemeinbefinden, evtl. häufiges Hinlegen.
2. Stark erhöhte Hufwärme tritt auf, wenn der Huf bereits
erkrankt ist.
3. Erwärmter, leicht geschwollener Kronrand sowie klammer, verhaltender
Gang, besonders bei engen Wendungen sowie erhöhte Pulsation der
Zehenarterie (am Fesselkopf zu fühlen).
4. Sind alle vier Beine oder nur die Vorderbeine von der Rehe betroffen,
stellt das betroffene Pferd die Hinterbeine zur Verlagerung des Schwerpunktes
(= Entlastung der Vorhand) nach vorne unter den Bauch, das Gewicht der
Vorderhand wird auf die Trachten (Ballenfußung) verlagert. Sind
die Hinterbeine erkrankt, bringt das Pferd die Vorderbeine weit nach
hinten unter den Bauch, senkt als Gegengewicht den Kopf und belastet
die Hinterhufe abwechselnd. Ist nur ein Bein betroffen, wird dieses
hochgehalten.
5. Druckempfindlichkeit beim Abtasten der Sohle mit der Hufuntersuchungszange
6. Unverzügliche Notfall-Benachrichtigung von Tierarzt und Hufschmied.
7. Kühlen der betroffenen Hufe zur Schmerzlinderung und Ödemvermeidung,
z. B. durch Abspritzen mit Wasserschlauch.
8. Fütterung vorrangig mit Heu, evtl. mit Zugabe von Biotin und
Keratinsulfaten sowie Mineralstoffen (zunächst kein Kraftfutter,
kein Weidegras mehr füttern); Ausnahme: Hochtragende und säugende
Stuten, sie benötigen nach wie vor relativ viel Energienährstoffe,
die teils über fettreiche Futtermittel (sie sind nicht Verursacher
von Rehe!) zugeführt werden können.
9. Standfläche (Stallliegefläche) muss huffreundlich sein,
d. h. das Pferd braucht einen Boden, in den der Huf gleichmäßig
einsinken kann, damit sich das Gewicht auf den ganzen Huf samt Sohle
verteilen kann, vorteilhaft sind Sand-Späne-Gemische.
10. Bei Transporten oder sonstiger Bewegung muss eine Sohlenpolsterung
angebracht werden (z. B. mit Handtüchern oder dicker Watte; darüber
wird eine Socke gezogen, die in der Fesselbeuge mit Klebeband fixiert
wird).
11. Verbände anlegen, z. B. zur dreimal täglichen Kalt-Warm-Behandlung
oder zum Herausziehen der Entzündung (Krautwickel oder Lehm mit
Essig).
Tierärztliche Therapie:
1. Aderlass (etwa 5 Liter), um Blutverdünnung zu erzielen; Infusion
von Kochsalz/Elektrolyten.
2. Blutegeltherapie als naturheilkundliche Maßnahme.
3. Durchblutungsförderung und Schmerztherapie (z. B. durch Acetylsalicylsäure,
Heparin) und zur Entwässerung (Ödemtherapie) Diuretika.
Bildgebende Untersuchungsverfahren:
1. Röntgenaufnahmen können mit tragbarem Röntgengerät
vor Ort angefertigt werden.
2. Computertomografische Aufnahmen sind nur in der Tierklinik möglich.
Dabei wird die Lage des Hufbeins festgestellt, Rotation bzw. Abstand
zwischen Hufaußenwand und Hufbein nach Ablösung und Drehung
der Hufbeinspitze nach unten gemessen sowie der Abstand zwischen Hufbein
und Sohle.
Rehegipse:
Ziel der unterschiedlichen Eingipsmethoden ist a) die Entlastung der
schmerzenden, geschädigten Zehe durch Gewichtsverlagerung auf den
Trachtenbereich und b) Verhinderung der Zugspannung der tiefen Beugesehne,
damit die Drehung des Hufbeins verhindert wird. Ein unterer Rehegips
kann (bei beginnender, noch leichter Rehe) als Soforttherapie im Stall
angelegt werden, andere Gipse sind durchweg nur unter Klinikbedingungen
anzubringen.
Die Therapie durch Hufrehegipse ist umstritten, denn durch Hufrehe
bedingte Druckveränderungen unter der Sohle können problematisch
werden, sie sind aber nach dem Eingipsen nicht mehr oder nur unpräzise
feststellbar; auch können Scheuerstellen durch das Eingipsen nie
ausgeschlossen werden ? mit der Folge von Wundinfektionsgefahren. Zudem
ist auch das wirksame Kühlen der Zehe nach dem Eingipsen unmöglich.
Behandlung durch Hufbearbeiter/Hufschmied:
1. Abnehmen eines vorhandenen Beschlags,
2. Herstellung einer schwebenden Zehe,
3. Kürzen bzw. Erhöhen der Trachten,
4. Einfräsen von Dehnungsfugen,
5. Anfertigung einer punktuellen Bohrung,
6. Entfernen des Narbenhorns und evtl.
7. Anbringung eines Rehehufbeschlags.
Trachtenproblematik
Heftig diskutiert wird im Zusammenhang mit der Hufbearbeitung u. a.
das Erhöhen oder Kürzen der Trachten. Pferdehaltern sind die
Zusammenhänge oft unklar, sie müssen sich deshalb entweder
auf die Ratschläge des örtlichen Hufbearbeiters verlassen
oder – in Kenntnis der unterschiedlichen Argumente – über
das Vorgehen selbst entscheiden. Das Für und Wider muss auch immer
auf den Einzelfall und die Schwere der Symptome bezogen und als „Güterabwägung“
beurteilt werden. Bei einer vorbeugenden Therapie in der Entstehungsphase
(gegründet auf pyrometrische Messungen) ist die Trachtenerhöhung
nachweislich wirksam.
Grundsätzlich als sinnvoll (und erfolgreich) erscheint zunächst
auch bei akuten Beschwerden die konsequente Trachtenerhöhung (evtl.
in Verbindung mit einem exakten Rehehufbeschlag), um die Gewichtsbelastung
(mit Schmerzlinderung) auf die von Hufrehe weniger betroffenen hinteren
Hufteile, die Trachten, zu verlagern und dem Zug der tiefen Beugesehne
entgegenzuwirken. Dadurch lässt sich u. U. eine Hufrotation vermeiden.
Doch zeigt andererseits nach einer Erhöhung der Trachten die Hufbeinspitze
stärker nach unten, womit eine höhere Belastung des Aufhängeapparates
(Hufbeinträger) verbunden ist, was die Ablösung (Zerreißung)
der ineinander greifenden Blättchen verstärken kann –
aber nicht muss.
Nach POLLIT (Universität Queensland, Australien) werden durch Aufschweiß-
oder Einlege-Plastikkeile, die zur Trachtenerhöhung verwendet werden,
die Digitalis-Arterien (zwischen Strahlbein und Beugesehne) abgeklemmt.
Die Folge: Mangeldurchblutung der Huflederhaut als zusätzlicher
Schadensfaktor plus ? als schädlicher Nebeneffekt durch nicht bodenparallele
Hufstellung -Präjudizierung einer Hufbeinabsenkung.
Durch Trachtenkürzung (evtl. auch in Verbindung mit einem Rehehufbeschlag)
kann zunächst ebenfalls eine Schmerzen lindernde Gewichtsverlagerung
von der Zehe auf die Trachten erreicht werden. Dies entspricht zwar
prinzipiell natürlichem Verhalten, denn Rehepferde nehmen von sich
aus eine Streck-Schonhaltung ein, die als Trachtenfußung bezeichnet
wird, ist aber auf weitere Sicht immer problematisch. Nach STRASSER
führt eine Hufbearbeitung mit dem Ziel, eine sog. Bodenparallelität
des Hufbeinrandes zu erreichen, zur Gesundung. Dies wird streitig diskutiert.
Zu bedenken ist, dass diese Bodenparallelität des Hufbeines als
Folge entsprechender Trachtenkürzung nicht ohne negative Folgen
für Hornkapsel und Gliedmaßen gesehen werden kann! Trachtenzwang
ist eindeutige Folge jeder länger dauernden Lastverteilung auf
den hinteren Hufbereich.
• Im konkreten Einzelfall bespricht man als Pferdehalter sämtliche
Sachverhalte mit dem Tierarzt und dem Hufbearbeiter, wobei sich Tierarzt
und Hufbearbeiter „kurz schließen“ sollten, um die
ersten Notfallmaßnahmen sowie eine längerfristige Therapiekonzeption
zu erstellen. Hat man allerdings bereits beim Erstkontakt den Eindruck,
dass einer der Beteiligten unklare Vorstellungen oder mangelnde Erfahrung
hat und Maßnahmen nicht präzise begründen kann, sollte
konsequenterweise kein Auftrag erteilt werden.
Im Zweifel kann auch eine „zweite Meinung“ eingeholt werden,
wobei – der guten Ordnung halber – der zweite Therapeut
über die Erstkonsultation und etwaige Erstmaßnahmen voll
aufzuklären ist. Die Kosten für eine erste Notfallbehandlung
durch Tierarzt und Hufbearbeiter sind mit 300 bis 400 Euro anzusetzen
– da ist Vorbeugung erheblich günstiger!
Heilungsaussichten
Heilungschancen bei Hufrehe sind zwar nicht ausgeschlossen, dennoch
sollte gerade diese Erkrankung in ihrer gesamten funktionalen Tragweite
und der Schmerz- und Bewegungsdramatik für das Pferd nicht unterschätzt
werden. Als Anhaltspunkt für Heilungschancen sind lediglich (eher
ungenaue) statistische Erhebungen in der Literatur zu finden: Bei einer
Hufbeinrotation von bis zu 5,5 ° ist mit Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit
zu rechnen; beträgt die Rotation 5,5 bis 11,5 °, dann wird
jede künftige volle Einsatzfähigkeit unsicher; bei 12 °
Rotation ist dauerhaft mit Gebrauchsunfähigkeit oder ganz erheblich
verminderter Einsatzfähigkeit zu rechnen.
Risikominimierung
Zusätzlich zu den eingangs bereits angeratenen pyrometrischen Messungen
und Folgetherapien, insbesondere bei vordisponierten Pferden, sind die
auslösenden o. a. Risken für alle Pferde strikt zu beachten.
Dazu zählen eine ernährungsphysiologisch konsequent in Menge
und Portionierung der Leistung und der Haltungsform angepasste individuelle
Fütterung sowie die Beachtung hoher Qualitätskriterien bei
Auswahl und Vorlage jeglicher Futtermittel. Insbesondere Eigner von
Pensionspferden sind gut beraten, Pensionsgebern im Hinblick auf Risiken
für ihr Pferd bindende Hinweise zu geben und diese (stets z. B.
bei vordisponierten Pferden) schriftlich festzuhalten. Nur so können
ärgste „Überraschungen“ vermieden werden. Auch
dient dies letztlich – z. B. bei unsachgemäßer bzw.
nicht den Vorgaben entsprechender Fütterung durch den Betrieb –
dazu, einen Ersatz des Schadens geltend machen zu können, was zwar
leider dem Pferd nicht hilft, aber wenigstens die recht hohen finanziellen
Diagnose- und Therapieaufwendungen sowie den Nutzungsausfall ausgleicht.
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Ingolf
Bender, freiberuflicher Autor und Lektor, beratender
Biologe und Sachverständiger für art- und umweltgerechte
Pferdehaltung; Jahrgang 1947; studierte mehrere Fächer unter
anderem Volkswirtschaft, Biologie, Germanistik. Bisher hat er
im In- und Ausland mehr als 500 Veröffentlichungen verfasst,
darunter elf Bücher und mehrere wissenschaftliche Arbeiten
/ Dokumentationen; er arbeitet regelmäßig für
bedeutende überregionale und regionale Fachzeitschriften,
wie zum Beispiel der Reiter Revue international, Freizeit im Sattel,
Pegasus, Pferde-Forum Weser-Ems, Reiterjournal Baden-Württemberg,
Rheinlands Reiter Pferde, Mecklenburger Pferdejournal, Züchterforum.
Seminartätigkeit
als Dozent der Kölner Pferdeakademie. Der Autor wuchs auf
im Pferdebetrieb des Großvaters, ist langjähriger aktiver
Freizeitreiter und bevorzugt Jagd- und Distanzreiten; er hält
in Eigenregie eine Beobachtungsherde, bestehend aus Vollblutarabern,
Fjordpferden und Dülmenern, auf eigenem, selbst bewirtschaftetem
Grünlandhof, der Teil seiner privaten hippologischen Forschungsstation
ist.
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Text : Ingolf Bender Foto: Horses
In Media
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