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Auch Horsemanship-Lehrer
wie Buck Brannaman, Pat Parelli oder Mark Rashid nehmen Unterricht und
das sogar vor mehr als 1.000 Zuschauern. So geschehen in Fort Worth, Texas.
Zu Ehren der "Legende" Tom Dorrance. Ray Hunt hatte die Idee zu dieser
ungewöhnlichen und bisher einzigartigen Clinic - sein Ziel: Geld sammeln
für seinen schwerkranken Freund Dorrance.
Tom Dorrance, 1910 bei Josef/Oregon geboren, gilt als
"Equine-Philosoph und Psychologe", als Mentor, Idol, oder Cow Man. Er
wird als lebende Legende bewundert. Schon lange bevor "Pferdeflüsterer"
modern wurden, lehrte er das EinsSein zwischen Pferd und Mensch. Seine
ausgesprochene Intelligenz, ließen ihn lange vor anderen die Sprache der
Pferde verstehen - ein Wissen, das er an Generationen weiter gab.
Reiter aller Disziplinen lernten von ihm - ob Dressur, Cutting, Jumper,
Reiner oder Freizeitreiter. Ray Hunt, der in Amerika, Australien, Neuseeland
und Europa Lehrgänge abhält, lernte Tom Dorrance 1960 in Elko/Nevada kennen.
Diese große Freundschaft war der Auslöder für Ray, die Clinic zugunsten
des schwerkranken, 91 jährigen Tom Dorrance zu organisieren. Dieses Ereignis
war einmalig in der Geschichte der 'Good Horsemanship'!
Die Idee: ein Lehrgang mit Tom Dorrance' Schülern
Ray ist einer der ältesten Schüler Tom's und sammelte weitere Schüler,
um mit ihnen den Lehrgang zu gestalten. Insgesamt 61 "Good Horsemanship"-Lehrer
wie Buck Brannaman, Pat Parelli, Bryan Neubert, Mark Rashid, Joe Walters,
Johnny Clark oder Craig Cameron, nahmen daran teil. Außerdem waren Rancher,
Cowboys, verschiedener Westernreitweisen, oder Menschen, deren tägliches
Leben durch Pferde geprägt ist und die Kommunikation mit Pferden lehren
dabei. Die "Creme-de-la-Creme" des Good Horsemanship, agierte diesmal
als Teilnehmer und nicht als Lehrer. Und auch die Zuschauer kamen in Scharen.
Über 1.000 waren es. Vier Ranches (6666 Ranch, Guthrie/Texas; Ray Hunt,
Mountain Home/Idaho; Moorhouse Ranch, Benjamin/Texas; Pitchfork Ranch,
Guthrie/Texas) hatten über 40 Jungpferden für die Vorführung zur Verfügung
gestellt - der Erlös aus dem anschließenden Verkauf der von "Fachleuten"
eingerittenen Quarter Horses ging voll und ganz an Tom Dorrance.
Ray's Lehrgang
Bis zu elf Jungpferde waren in der großen Arena des Will Rogers Memorial
Complexes in einem der vier Round Pens untergebracht. Per Los wurden die
Pferde den Horsemen zugeteilt. Man wußte gar nicht auf welches der vier
Round Pens man gucken sollte, denn überall gabs' was zu sehen. Nicht mit
Gewalt, sondern mit Geschick, Geduld und Pferdeverstand gelang es den
Horsemen, ihre Pferde zu halftern, sie an Strick, Satteldecke und Mensch
zu gewöhnen. Erstaunlich wie unterschiedlich sich die Horsemen den Pferden
näherten. Je geduldiger und ruhiger der Mensch mit sich und dem Pferd
umging, desto schneller konnte eine vertraute Basis zwischen Tier und
Mensch geschaffen werden. "Es braucht so lange wie es dauert", resümierte
Ray Hunt.
Die meisten Akteure benutzten eine ‚Flag', ein gertenähnlicher Stock mit
einer Tüte oder einem Plastikstück am Ende, mit dem sie die Pferde durch
Berührungen am Körper desensibilisieren. Richtig eingesetzt akzeptiert
das Pferd durch diese Vorbereitung den Sattelgurt, die Satteldecke, sich
bewegende Dinge über dem Rücken (wo der Reiter sitzen wird), bevor diese
tatsächlich angelegt werden. So werden Vertrauen und Respekt aufgebaut.
Nach dem ersten satteln der Jungpferde am Vormittag, war es dann auch
genug mentale Arbeit für die Quarter Horses und sie durften sich ausruhen.
Dieses Event war ein Zusammentreffen von Menschen, die alle ein und dieselbe
Philosophie im Umgang mit Pferden und im Leben haben. Dies machte es zu
einer herzlichen und offenen Veranstaltung. Viele kannten sich, es wurden
neue Kontakte geknüpft, alle waren aus dem gleichen Grund da, um Tom Dorrance
zu ehren und um das Beste für Partner Pferd herauszuholen. Lehrgangsteilnehmer
traf man leger am Essensstand. Es gab keine Abgrenzung von Zuschauern
und Akteuren. Wer wünschte konnte sich mit ihnen unterhalten. Am Nachmittag
ritten circa 24 Teilnehmer mit Ray Hunt in der Horsemanship Class. Die
drei grundsätzlichen Begriffe, die echte Harmonie miteinander ermöglichen,
sind: Gefühl, Timing und Balance. Unter Rays Begriff Gefühl versteht man
die Fähigkeit zu fühlen, wie wenig Druck ausreicht um eine Reaktion vom
Pferd zu bekommen. Die Basis zwischen Mensch und Tier ist Gefühl und man
sollte diesen wichtigen Faktor im Umgang mit den sensiblen Pferden nicht
unterschätzen. Timing bedeutet den Druckauf-und abbau in der richtigen
Dosierung im richtigen Moment zu geben. Vorraussetzung ist ein sensibler
und gefühlvoller Reiter. Timing kann jeder mit viel Übung und Gedult erlernen.
Balance - nur wer gelernt hat mittig im Schwerpunkt zu sitzen, ist in
der Lage seinen Körper unabhängig von den Händen einzusetzen, ohne das
Pferd bei seinen Bewegungsabläufen zu behindern. Während der Horsemanship
Class ritt Ray Hunt seine QH Stute und demonstrierte mit ihr wie "Gefühl"
(siehe auch Western Horsemanship Magazine März/April 2001) aussehen kann.
Versammelt am langen Zügel, ohne Gewicht in den Händen. Sein Ziel: das
Pferd dazu zu bewegen, dass es jede Aufgabe freiwillig ausführt. Ein Pferd,
dass zum Beispiel Richtung Ausgangstor der Halle drängt, versucht Ray
nicht davon weg zu reiten. Er lässt die Zügel komplett lang, gibt die
Gangart an und das Pferd trabt wohin es will (ohne die Richtung zu beeinflussen).
Das Pferd sucht sich das Tor aus und trabt daran nun auf und ab. Sobald
das Pferd nur in die andere Rcihtung guckt oder sich dorthin bewegt gibt
Ray nach, bietet dem Pferd den Schritt an und wird weich in seinem Sitz.
Nach und nach entscheidet sich das Pferd selber zum anderen Ende der Halle
zu gehen, es ist seine Idee. Diese Methode funktioniert auch bei Pferden
die am Hof oder an ihren Kumpeln kleben.
Am zweiten Tag
Am Morgen wurden die Jungpferde gesattelt und geritten, alle nur mit Sattel,
Strick und Halfter. Sie wiesen enorme Fortschritte auf. Lernten ihre Hinterhand
unterzusetzen, den "one-rein-stop", eines der ersten Übungen, lernten
frei vorwärts zu gehen und anzuhalten. In der Horsemanship Class am Nachmittag
baute Ray eine Menge Tempowechsel ein, die einigen Reitern Probleme bereiteten.
Doch allmählich wurden die Übergänge weicher fast alle Reiter waren in
der Lage ihre Pferde ruhig, von einer Gangart in die nächste zu wechseln.
Nicht nur Pferde waren anwesend, auch Brad Cameron mit seinem schönen
Mule zeigte gute Mulemanship. Der letzte Tag endete mit einem von Rays
Lieblingsgedichten "The man in the glass" und sehr emotionalen Danksagungen
im Namen seines Freundes Tom Dorrance, der aus gesundheitlichen Gründen
nicht anwesend sein konnte. Zum Abschluss dieses atemberaubenden Lehrgangs
noch einige Zitate von Ray Hunt und Tom Dorrance.
- Probleme, die vom Stand in den Schritt oder vom Schritt in den Stop
auftreten, werden in allen drei Gangarten präsent sein.
- Tritt ein Fehler auf, nützt es nichts ihn zu korrigieren. Gehe einen
Schritt zurück, probiere es neu und versuche dieses Problem zu vermeiden.
- Je weniger Einfluß du nehmen musst, desto besser. Manchmal muss man
eine Menge Einfluß nehmen, manchmal fast gar keinen.
- Wenn du dein Pferd bittest etwas zu tun , sollte es "seine"
Idee sein... es möchte es tun und es tut es.
Dinner Banquet mit live
Auktion
Abends gab's ein Banquet mit einer lockeren Cocktail Hour. Die Rund 500
Gäste saßen an gemütlichen, runden Tischen. Jeder Lehrgangs-Teilnehmer
zog eine Tischnummer und so gab es einen Clinician an jedem Tisch - eine
Idee, die auf allgemeine Begeisterung stieß. Gestiftete Artikel wurden
live von Horseman Curt Pate versteigert. Darunter Robert Chavez Sättel,
Bosal mit Kopfstück und Mecate, Harwood Sättel, Dude Ranchurlaub, ein
QH Palomino Hengst, handgemachtes Rawhide Reata und vieles mehr. Der Erlös
ging an Tom Dorrance.
Das Gedicht "The Man
in the glass", welches Ray Hunt zitierte:
When you get what you want in your struggle for self,
And the world makes you king for a day,
Just go to a mirror and look at yourself,
Aand see what that man has to say.
For it isn't your father or mother or wife,
Whose judgment upon you must pass,
The fellow whose verdict counts most in your life,
Is the one staring back from the glass.
You may be like Jack Horner and chisel a plum,
And think you're a wonderful guy,
But the man in the glass says you're only a bum,
If you can't look him straight in the eye.
He's the fellow to please never mind all the rest,
For he's with you clear up to the end,
And you've passed your most dangerous,
difficult test If the man in the glass is your friend.
You may get what you want down the pathway of years,
And get pats on the back as you pass,
But your final reward will be heartaches and tears,
If you've cheated the man in the glass. -
Author Unknown
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Buck Brannaman in Fort Worth

Ray Hunt beim Colt Starting
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