Nicht alle Pferde bewegen sich unter dem Reiter schwungvoll, taktmäßig und locker. Doch nur, wenn diese Eigenschaften gut entwickelt sind, ist das Reiten für beide angenehm. Mangelnde Gehfreude und schleppende Gänge machen ein Pferd schwerfällig, unelastisch und widerwillig. Der Reiter sitzt unbequem, denn das Pferd kompensiert alle Bewegungsstöße mit dem Skelett und nicht mit aktiver Muskulatur, was sich entsprechend im Körper des Reiters fortsetzt. Das Pferd wählt den Weg der geringsten Anstrengung. Dass das auf Kosten der Gesundheit geht, ist ihm nicht bewusst.
Was kann der Pferdebesitzer also tun, um Schwung und Takt im Pferd zu verbessern? Am Anfang steht die Erkenntnis, dass ein Pferd nur so fleißig ist wie der Reiter selbst. Er muss vorausdenken, das Pferd motivieren und angemessen fordern, also gymnastizieren.
Der Reiter ist also nicht nur durch neue Abläufe in seinem Körper und Absichten gefordert, sein Pferd zu mehr Fleiß zu motivieren. Er muss auch darum bemüht sein, seinen eigenen reiterlichen Sitz so störungsfrei und effektiv wie möglich einzusetzen.
Denn ohne
eine zwanglose Körperhaltung keine Balance, ohne Balance kein Rhythmus,
ohne Rhythmus kein Gefühl, ohne Gefühl keine Funktion, ohne Funktion
keine Verständigung, ohne Verständigung keine Hilfen!
Ein
Reiter mag der Meinung sein, seinem Pferd Hilfen zu geben. Doch nur das
Pferd entscheidet, ob es dessen Einwirkungen als hilfreich,
verständlich und unterstützend empfindet oder als pure Belästigung.
Damit Hilfen vom Pferd also positiv angenommen werden und die Übungen
zu vermehrtem Schwung und Balance-Entwicklung überhaupt greifen, müssen
beide die Voraussetzungen mitbringen, die im Laufe dieser
Ausbildungsserie schon etabliert wurden.
Peter Kreinberg erläutert in der Fachzeitung „Mein Pferd“ wie der Reiter zu mehr Balance und das Pferd zu mehr Schwung und Takt gelangt.
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