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Von Pferden, die das Bein immer zurückziehen
oder gar ausschlagen, wenn sie den Huf geben sollen, damit der gepflegt
oder bearbeitet werden kann, geht ein deutliches Gefährdungspotential
aus. Diese Reaktionen geschehen grundsätzlich zunächst aus einem instinktiven
Selbstschutzverhalten heraus.
Wird es versäumt, einem Pferd im Rahmen eines grundsätzlichen Erziehungsprogramms
schon in jungen Jahren durch zweckmäßige Übungen die Erfahrung zu vermitteln,
wie es problemlos die Hufe geben kann und das auch tun muss, so gewöhnt
es sich schlechte Manieren oder gefährdet Menschen sogar.
Im Rahmen meiner The
Gentle Touch-Bodenarbeit gibt es eine bewährte Übung, mit der auch
bei unmanierliche Pferde das Hufegeben zu einer selbstverständlichen
Routine entwickelt werden kann.
Planen Sie einige Übungseinheiten ein, solch eine schlechte Angewohnheit
lässt sich nicht an einem Tag korrigieren.
Zunächst muss das Pferd lernen, sich auf
drei Beinen auszubalancieren. Dazu stellen Sie es an einem ebenen Ort
mit festem Grund auf. Es kann angebunden sein oder wenn es sich problemlos
am Halfter kontrollieren lässt, stellen sie es parallel zu Bande oder
zu einer Wand auf.
Im ersten Lernschritt streifen sie es mit einer Touchiergerte
am Körper und dann nach und nach an den Beinen ab, bis es ruhig steht.
Wichtig: streifen Sie weiter, wenn es zappelt oder ausschlägt, hören
Sie auf wenn es ruhig steht und sich entspannt. Das machen Sie von beiden
Seiten, bis es sich ruhig verhält.
Zweiter Schritt: Beginnen Sie mit den Vorderbeinen. Touchieren
Sie mit der Gerte in ruhigem Rhythmus behutsam aber penetrant so lange
ein Bein auf Höhe des Fesselgelenkes oder des unteren Röhrbeines, bis
es das Bein hebt. Wiederholen Sie dann dieses Verfahren mit immer feiner
werdenden Gertenberührungen, bis es das Bein nicht mehr reflexiv schnell
hebt, sondern die Muskeln langsam entspannt und den Huf entsprechend
langsam wie in Zeitlupe hebt.
Schritt drei: Tippen
Sie so gefühlvoll und behutsam an, bis es einen Vorderhuf auf die Hufspitze
stellt und die Beinmuskeln entspannt.
Schritt vier: nun können
Sie vorsichtig und ohne Kraft mit der Hand das Bein im Bereich der Fessel
berühren und es animieren, das Bein zu heben. Halten Sie es ohne Kraft
in der Luft, will es wieder absetzen, so lassen Sie es gewähren, fordern
es aber sofort wieder auf, es anzuheben. Sobald es ein Bein hebt und
ruhig in Ihrer Hand liegen lässt, setzen Sie es ab und lobe Ihr Pferd.
Nun verlängern Sie die Phasen, in
denen es das Bein in der Luft hält immer länger.
Schritt fünf: nehmen Sie
ein Stück Holz und klopfen Sie vorsichtig auf die Unterseite des Hufes,
um es damit vertraut zu machen, dass der Schmied später mit dem Hammer
nagelt. Gelingt das bei beiden Vorderbeinen, machen Sie es bei den Hinterbeinen
genau so. Durch die Übung lernt das Pferd:
1. Wie es sein Gewicht selbstständig auf die drei verbleibenden Beine
verlagern kann,
2. Wie es bewusst ein Bein hebt und das dann nach und nach langsam und
überlegt tut,
3. Das es keine Ruhe bekommt, solange es zappelig ist, sich wehrt oder
den huf nicht hebt,
4. Das es sofort belohnt wird, wenn es sich kooperativ zeigt,
5. Das es sich nicht wehren muss und kann, da niemand mit Kraft einwirkt
Nehmen Sie sich für diese Übungen einige Tage Zeit, schließlich hat
sich die Unart auch über eine längere Zeit eingeprägt.
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Text & Foto: Schneider I
Horses In Media
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