Fotoschule, Teil 2
Models in Motion
Ob im Galopp auf der Weide, rasant beim Ausritt oder sportlich auf dem Reitplatz — Pferde in Bewegung sind nicht immer die leichtesten Motive. Was Sie für das anspruchsvolle Bewegungsbild über den Bewegungsablauf des Pferdes, über Objektive und Kameratypen wissen müssen,
lesen Sie hier.

Trabend, töltend oder im gestreckten Galopp – freilaufende Pferde faszinieren durch Kraft, Temperament und Grazie. Doch um die Schönheit des Gesamtausdrucks zu unterstreichen, kommt es auf den richtigen Bewegungsmoment an, bei dem der Fotograf auf den Auslöser drückt. Unterm Sattel ist das besonders wichtig. Bruchteile von Sekunden entscheiden darüber, ob Pferd und Reiter ausdrucksstark und schön, oder bedeutungslos wirken.

• Die optimale Phase im Schritt: Das dem Fotografen zugewandte Vorderbein des Pferdes muss mit dem Vorderfußwurzelgelenk an höchster Stelle sein. Das äußere Vorderbein berührt noch den Boden.

• Der richtige Moment im Trab: Das dem Fotografen zugewandte Vorderbein befindet sich wieder an höchster Stelle, das Äußere ist belastet. Das dem Fotografen abgewandte Hinterbein ist in der Luft, während das gegenüberliegende Hinterbein durchtritt. Tipp: Beim Abfußen des Vorderbeines laut mitzählen oder „jetzt“ ausrufen und dabei den Auslöser betätigen.

• Besonders schön und besonders schwer – der Galopp: Auch hier befindet sich das Vorderfußwurzelgelenk des inneren Vorderbeins an höchster Stelle. Das innere Hinterbein muss aber zusätzlich gut durchspringen.

Kameratechnik kinderleicht:
Der Autofokus moderner Kameras stellt die Schärfe selbständig ein, und der Bildausschnitt wird per Knopfdruck automatisch gewählt. Ein Pferd in Bewegung mit einem Objektiv scharf zu fotografieren, ist fast nur mit einem guten, schnellen Autofokus, also mit automatischer Scharfeinstellung möglich. Auch bei Schnappschüssen ist er fast unersetzlich. Nähere Einzelheiten sind vom Kameratyp abhängig.
Die richtige Ausrüstung: Eine schnelle Kamera mit einem großen (80 bis 200/300 Millimetern) Objektiv, ein Stativ und eine gehörige Portion Gefühl und Geduld. Bewegungsfotos können schnell verwackeln und aus diesem Grund sollten ungeübte Hobbyfotografen auf ein Stativ zurückgreifen. Um die Kamera auch ohne Stativ zu stabilisieren, kann man seinen Ellenbogen eng an den Körper nehmen oder das Gerät auf einem Zaunpfahl absetzen. Bei einer Seitenaufnahme sollte der Fotograf dem Objekt mit der Kamera folgen. Fotos, die seitlich von vorne aufgenommen werden, gelingen auch in dem man eine Stelle fokussiert, in die das Pferd dann hinein läuft.

Wichtigstes Teil der Kamera ist wohl das Objektiv. Unterschieden werden sie anhand der Größe ihrer Brennweiten. Die Brennweite ist der Abstand zwischen Objektiv-Mitte und Film wenn die Entfernungseinstellung auf unendlich steht. Sie ergibt die Größe des Bildes auf dem Film. Beim selben Abstand zum Motiv gibt die Brennweite den Grad der Vergrößerung oder Verkleinerung des Bildes an.

Objektive und ihre Funktionen:

• Das Normalobjektiv einer Kleinbildkamera hat eine Brennweite von etwa 50 Millimeter. Bei dieser Brennweite erscheint das Bild in der Größe, in der das Objekt im Sucher ist. Für Pferdeaufnahmen ist dieses Objektiv eventuell zu klein. Heranholen des Modells ist nicht möglich.

• Das Weitwinkelobjektiv hat eine geringe Brennweite (etwa 16 bis 35 Millimeter) und wird in der Pferdefotografie kaum benutzt, da es den Blickwinkel vergrößert. Für Stall- oder Gestüts-Aufnahmen ist es zu empfehlen.

• Bei Teleobjektiven mit einer Brennweite von 80 bis 300 Millimeter verengt sich der Bildwinkel und das Pferd erscheint näher als in Wirklichkeit.
In jedes Objektiv ist eine Blende eingebaut, die mit der menschlichen Pupille vergleichbar ist. Sie ist die Öffnung, durch welche das Licht in die Kamera auf den Film fällt. Durch Öffnen und Schließen der Blende verändert sich die Menge des einfallenden Lichtes. Steht zu wenig Licht zur Verfügung, muss man die Blende öffnen. Automatik-Kameras nehmen dem Fotografen die Blendeneinstellung ab. Das optimale Objektiv, um Pferde in der Bewegung festzuhalten, hat eine Brennweite von 80 bis 200 Millimeter.

Text: Schneider I Horses In Media




Fotos: Guni I Horses In Media