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Tausend
Meilen Staub
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In dem idyllischen Tal
Panoche Valley, im Herzen Zentral-Kaliforniens, leben Rancher ein Leben,
wie viele Städter es nur träumen: Unendliche Weiten, freilaufende
Pferdeherden, Lagerfeuerabende unter Sternenhimmel und echte Cowboys,
die ihre Rinder mit dem Lasso einfangen. Der rostige Ford Pickup-Truck
schiebt sich ächzend über die geteerte Landstraße, die
sich schlangenartig zwischen karg bewachsenen Hügeln windet, bis
sie sich als schmaler Schotterweg an der Douglas Ranch verliert. Der
hölzerne Galgen über dem Ranchtor, der an eine Filmszene mit
Yul Brynner erinnert, das kleine Windrad vor dem weißen Farmhaus
und die handgefertigten Holzzäune, hinter denen sich die endlosen
Weiden der Pferde erstrecken, verraten schon beim ersten Blick mit welcher
Liebe zum Detail die Familie Douglas ihre etwa vier Quadratkilometer
große Ranch aufbaute.
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"Obst, Eier und frisches
Brot", von Rani Douglas frisch zubereitet, füllen die Bäuche
der europäischen und amerikanischen Reiturlaubern, die sich am
frühen Morgen um den rustikalen Holztisch versammeln, um noch einmal
Energie vor dem langen Pferdetrieb zu tanken. In gebrochenem Englisch
erklärt Abenteurerin Karin aus Schweden, dass sie es kaum erwarten
kann sich in den Westernsattel zu schwingen. Ranchurlaub wie diesen
macht die 32-jährigen Amazone regelmäßig, zur Erholung
vom Stadtleben. Offenherzig frühstückt die Familie Douglas
zusammen mit den Besuchern im Haupthaus. "Wir nehmen hier nur fortgeschrittene
Reiter auf. Dies ist keine Duderanch mit Tennisplatz und Kinderbetreuung,
sondern eine reine Working Ranch. Wir wollen den Ranchgästen Pferde-
und Reitkenntnisse vermitteln. Westerngrößen wie Les Vogt
oder Leslie Desmond geben regelmäßig Kurse auf unserer Anlage",
erklärt Don Douglas, das Oberhaupt der vierköpfigen Familie.
"Neben umfangreichen Arbeiten auf der Ranch, die zum Teil mit Hilfe
der Pferde erledigt werden müssen, liegen uns der richtige Umgang
und die optimale Haltung der Pferde am Herzen." Sohn Kalvin freut
sich über die Besucher, die manchmal einige Monaten bleiben und
auf der Ranch mit anpacken. "Es scheint als würden die Städter
in der Zeit bei uns ruhiger werden und mehr den Rhythmus der Natur wahrnehmen",
stellt der 17-jährige Cowboy fest. Hier ruft nicht der Fernseher
oder die Disco, sondern der Sonnenauf- und Untergang sowie unzählige
Rancharbeiten: Füttern und tränken der Tiere, Ritte um vermißte
Rinder einzufangen, zu brenne oder zu kastrieren und Reperaturarbeiten
an Zäunen, Häusern und Stallungen.
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Endlich geht's los: Die
Jungpferdeherde der Douglas Familie soll von den Cowboys und Urlaubern
zu den höher gelegenen saftigen Wiesen der Hot Springs getrieben
werden. Marc aus London holt sich den braunen Paintwallach aus dem Corral,
der ihn auch schon beim letzten Ritt zuverlässig über die
Höhen des Panoche Valleys getragen hat. 140 Hufe donnern über
die karg bewachsene Weide, bereit durch das Tor in die Freiheit zu preschen.
Der Boden über den die Vierbeiner hinwegfegen ist sandig. Mit aller
Mühe werden die Stuten und Wallache von Marc, Karin, Kalvin und
Don in die richtige Richtung gelenkt. Auch die Nachbarn Jake und Larry
helfen auf ihren großrahmigen stark bemuskelten Ranchhorses aus,
wie es unter den Ranchern im Tal Sitte ist. Karin und Mark aus London
sind die einzigen Urlauber, die den langen Ritt auf sich nehmen. Doyle,
der New Yorker und Björn aus Dänemark ziehen es vor auf der
Ladefläche des Pickups den langen Kiesweg hinauf zu den Hot Springs
mitzufahren.
Das karierte Westernshirt des Engländers nimmt unterdessen die grau-braune Farbe der staubigen Umgebung an. Er ist froh, dass er sich mit Brille und nicht mit Kontaktlinsen ausgestattet hat. Nach einiger Zeit verringern die Pferde das Tempo, die zu Beginn im Galopp den breiten Weg Richtung Hügelkette einschlugen. Jetzt kann Marc durchatmen. Seine Reitkondition reicht für lange Galoppstrecken noch nicht aus. Wie ein professionelles Cowgirl dagegen bewegt sich Karin mit ihrem Quarter Horse "Roany" durch die 35-köpfige Herde. Der Schweiß der harten Arbeit, wird am Rücken ihres Hemdes und in ihrem roten Gesicht sichtbar - sie strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Das Schnauben, Schweifschlagen, Auftreten der Hufe und Bewegen der insgesamt 41 Pferde, vermischt sich mit dem Geruch von Staub und Pferdeschweiß und bleibt jedem Cowboy und Herdentreiber in unvergesslicher Erinnerung. Auch wenn die Muskeln schmerzen und die heiße Sonne marternd auf den Körper scheint, der Bann der Westernromantik bleibt ungebrochen. "Für mich gibt es nichts größeres, als eine Pferde- oder Rinderherde von A nach B zu treiben. Die Douglas-Familie ist so freundlich und alles ist so natürlich bei Ihnen", schwärmt die Schwedin von ihrem Urlaubserlebnis. "Der Anblick von Adlern am Himmel und scheuen Coyoten am Wegesrand belohnen jeden harten Ritt und jede Anstrengung." Diese Region ist nicht nur reich an Tierarten, sie zeugt auch von einer langen Geschichte: Unter den Hufen der Pferde findet man Muscheln. Vor Jahrtausenden von Jahren war dies einmal Meeresboden. Der Weg des kleinen Trecks wird steiniger und heißer, denn die Sonne steht nun senkrecht am Himmel. Nachbar Jake lässt sich das Wasser aus der Feldflasche, die am Sattel befestigt ist, erfrischend über den Nacken rinnen - die Touris tun es ihm gleich. Langsam bewegt sich die Herde vorwärts. Eine leichte Senke vor dem Fluss wird als Rastplatz genutzt. Die Reiter stärken sich mit Äpfeln und Sandwiches. Die Pferde trinken und planschen im frischen Nass. Witze auf den Lippen der Cowboys, lockern die erschöpften Gäste auf. Nach rund sechs Stunden im Sattel geben sie ein eher schlaffes Cowboy-Bild ab. Um so mehr Höhenkilometer zurück gelegt werden, um so kühler wird die Luft, und um so größer der Wunsch der Reisenden abzusteigen und Boden unter den Füßen zu spüren. |
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Plötzlich trabt die
Pferdeherde an. Wie mit frischer Energie aufgetankt rennen sie mit gespitzten
Ohren voran. Jetzt sehen es auch die Urlauber: Das Ziel ist in Sicht.
Eine riesige Grasfläche soweit das Auge reicht, Bänke, Tische
und ein Barbecue mit himmlisch duftenden Schweinerippchen erwartet die
Cowboys bei den Hot Springs. Drei große Pick-up Trucks mit stählernen
Pferdeanhängern hinten dran, garantieren die Fahrt zurück
am nächsten Morgen. Rani, Carol die Küchenfee der Douglas-Ranch,
Doyle, Björn und die ganze Nachbar-Sippe empfangen die Reiter,
die müde und zufrieden ihre Pferde versorgen, bevor sie sich aufs
Gras fallen lassen. Die Natur hat für die Vierbeiner eine riesige
freie Wildbahn zur Verfügung gestellt. Hier kann sich die Herde
ohne Umzäunung satt grasen. Erst wenn das Gras bis zur Hälfte
abgefressen ist, wird die Herde wieder auf niedrigere Weiden getrieben
- die Wiesen dürfen nicht ganz abgefressen werden, denn auch die
Wildtiere ernähren sich auf diesen Ebenen. Vor dem Lagerfeuer können
sich die City Slickers nun ganz dem Cowboy-Flair hingeben: Sternenhimmel,
Cowboy-Gedichte, der Geruch von Gegrilltem und das Zirpen der Grillen,
das die entfernte Geräuschkulisse der Pferdebewegungen verdrängt.
Ein Paradies, am Ende eines langen Tages. Rika
Schneider
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Ranch-Infos:
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