2. Internationale Horseman-Rendezvous
Zehn Experten zeigten auf dem 2. Internationalen Horseman-Rendezvous in Bochholt, das man auch in der Öffentlichkeit neben und miteinander trainieren kann. ‚Zum Wohle des Pferdes zusammen wirken' ist ein Merkmal guter Horsemen und das von Ex-Parelli Birger Gieseke inszenierte Event ist ein guter Versuch, dieses Gedankengut in die Welt zu tragen.
Seit vielen Jahren schwebt der Gedanke eines großen Horsemanship-Events im Kopf von Birger Gieseke umher, bis er im letzten Jahr das 1. Internationale Horseman Rendezvous ins Leben rief. Unter dem Motto "Anreiten von Jungpferden" brachte er zahlreiche Experten an einen Tisch: Horseman Tony Lander aus Australien, Jung- und Problempferde-Profi Bernd Hackl, Klassisch-Ausbilder Johannes Beck-Broichsitter, Freiheitsdressur- und Jungpferde-Experte Honza Bláha, Parelli-Instruktorin Silke Valentin und Gieseke arbeiteten im Ring mit jungen, ihnen bis dato fremden Pferden. ,
Und da mehr zu guter Horsmanship gehört als nur die Ausbildung, konnten sich Pferdefreunde rundum informieren: Zwischen den drei miteinander verbundenen Reithallen referierten Akupunkteur Dr. Uwe Petermann, Tierärztin und Chiropraktikerin Dr. Bianka Brandhorst, Hufpfleger Frank Vincent, und Sattelmeister Christoph Rieser im Seminarraum über ihre Spezialthemen. "Das alle Profis die ganzen zwei Tage für private Gespräche zur Verfügung stehen ist etwas Besonderes ", erfreut sich Zuschauerin Beate Krieger. "Man sieht nicht nur einen unerreichbaren Fachmann im Ring, sondern man kann ihn ausführlich befragen und sich Tipps holen", fügt die Dortmunderin hinzu. "Wir haben es extra so gestaltet, dass die Experten ganz nah am Publikum sind", erzählt Gieseke, der die Veranstaltung für die rund 500 Zuschauer so transparent wie möglich gestaltet hat.
Jungpferde im Ring
Jeder Profi zog am ersten Morgen einen Pferdenamen aus dem Hut und mit diesem Pferd arbeite er für die zwei Tage und stellte sein Konzept vor. Nach einer guten halbe Stunde konnte er dann mit dem Pferd noch in die kleinere Halle nebenan wechseln, in der auch die Zuschauer gucken und gezielter Fragen stellen konnten. Honza Bláha beeindruckte die Zuschauer mit seinem ohne Kopfstück und Sattel gerittenen Tschechischen Warmblut ‚Gaston', von dessen Rücken aus er zwei seiner dreijährigen Jungpferde weich am Halfter führte. Wie die Kletten scheinen die Pferde frei bei ihm bleiben zu wollen. Dem Publikum entging nicht, mit wie viel Gefühl der Tscheche mit seinen Pferden umgeht. Und spätestens als er seine jungen Pferde unter dem Sattel zeigte und diese locker und geschmeidig ihre Tritte machten, eroberte er das Herz der Dressur ambitionierten Freizeitreiter. Nicht eine Show war wichtig, sondern nur, wie sich die Pferde im Ring fühlten.Auch Bernd Hackl, Tony Lander oder Birger Gieseke ging es nicht darum, welches der Jungpferde am schnellsten gesattelt oder geritten werden konnte. Alle - auch noch so unterschiedlichen Horsemen - waren sich einig: Jedes Pferd braucht seine ganz individuelle Zeit. Während die Knappstrupperstute, die Bernd Hackl am Morgen gezogen hatte, sehr roh war und schon die kleinste Berührung am Bauch sie heftig treten ließ und etwas mehr Zeit benötigte, machte der kleine Haflinger an der Hand von Birger Gieseke große Schritte. Tony Lander sattelte seinen Friesen-Andalusier-Mix am zweiten Kurstag, der sich am Anfang nicht ganz sicher war, ob er das Seil zur Desensibilisierung am Bauch so toll finden soll. Doch einmal akzeptiert, war es kein Problem mehr. Unter der Anleitung von Silke Valentin übte die Assistentin ihre Abläufe mit dem Pferd und saß schon am ersten Tag auf der zierlichen Quarter Horse-Stute, allerdings noch ohne Sattel.
Die Abendgala mit italienischem Buffet und einem dazu passend als Mafiosi bekleideten Gieseke passte in den Rahmen. Die Abendschau hätte vielleicht mit mehr professionellen Darbietungen aufwarten können. Doch der Abschluss war umso gelungener: Johannes Beck-Broichsitter und Honza Bláha im Pas de Deux - Bláha wieder einmal in Piaffe und Passage ohne Sattel und Zaumzeug, mit einem Pferd das sich dabei rund versammelte.
Für das nächste Jahr sind namhafte Reitergrößen aus der Klassischen Reitweise, der Horsemanship- und der Dressur-Welt mit von der Partie. Den Abschluss am Sonntagabend machte eine Podiumsdiskussion, in der alle Referenten den Zuschauern auf Fragen antworteten und diese diskutierten. Text & Fotos: Rika Schneider / www.horsesinmedia.com ? Infos: Frühbucherrabatte für 2008 können jetzt schon genutzt werden: www.horseman-rendezvous.de , Tel. 0180-5688865, info@horseman-rendezvous.de
Fotos: Rika Schneider
Bernd Hackl mit der jungen Knappstruper-Stute.
Ex-Parelli Birger Gieseke, Initiator des Events.
Honza Bláha beeindruckte durch seine weiche udn lockere Verbindung zu seinen Pferden.
Der Australier Tony Lander machte den Friesen-Andalusier-
Mix mit dem Pad bekannt.
Gefühl kann man sehen - in den Gescihtern und Bewegungen der Pferde. Honza Bláhas Pferde verraten eine weiche Hand.
Dr. Uwe Petermann referierte über Akupunktur und...
Dr. Bianka Brandhorst über Chiropraktik.
Frank Vincent (l.) vertrat die Hufpfleger nach Biernath und Christoph Rieser beriet in Sattelfragen.
Birger Gieseke und Bettina van Kameke - ein Gespann, das dieses Event möglich machte.
Johannes Beck-Broichsitter ist in der Klassisch-Barocken Rreitweise zuhause und brachte seine Seite in die Veranstaltung ein..