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Dr. Schöning: Aggressiv durch Stallwechsel
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Pferde, die an einen neuen Besitzer geraten oder den Stall wechslen können ihr Verhalten durch die äußeren Umstände gravierend ändern. Wird ein Pferd es zum Beispiel von einer Siebentagewoche mit Boxenhaltung in einen Offenstall gestellt (weil Verkauf), kann es sein, dass das Pferd dominanter wird und von der nun neuen Person schwieriger zu handeln ist. So ein Problem wird relativ häufig beobachtet, wenn sich die Lebensbedingungen eines Pferdes deutlich ändern. Das Wechseln von der Boxen- in die Offenstallhaltung
und der geänderte Tages-/Wochenrhythmus stellen für ein Pferd durchaus
einen starken Stressor dar. Unter solch einem Grundstress reagieren
Pferde dann auch intensiver auf weitere, ihrer Meinung nach bedrohliche
oder unangenehme Ereignisse und zeigen häufig schneller als sonst Erregung
und Angst; dass heißt sie fallen durchaus unangenehm mit Abwehrverhalten,
Scheuen oder Steigen auf. Hier kann sich dann schnell ein negativer
Kreislauf entwickeln: Dazu kommt in diesem Fall, dass ein gewohnter und damit wichtiger Sozialpartner auf einmal fehlt und die neue Besitzerin diese Rolle vielleicht nicht so intensiv ausfüllen konnte wie die frühere Besitzerin. So ist es nur normal, dass das Pferd zunächst intensiv mit den Pferden der neuen Gruppe Bekanntschaft und Freundschaften geschlossen hat und diese nicht so ohne weiteres verlassen will, wenn die neue Besitzerin es von der Koppel holen möchte. Ebenso häufig beobachtet ist dann der Punkt, dass das Pferd sich völlig unauffällig und "wie gewohnt" verhält sowie ein wichtiger Bestandteil des früheren Lebens auftaucht. Hier wird über Signal quasi der alte Zustand wieder hergestellt. Pferde, wie die meisten Säugetiere, lernen sehr "kontextspezifisch" ? also situationsabhängig. Und man kann es oft erleben, dass bestimmte Situationen über ein ganz bestimmtes Signal definiert werden. In diesem Fall ist dann das Signal "alte Besitzerin da - nicht da" wie "Lichtschalter an-aus". |
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