Dr. Schöning: Kopfschlagen = Headshaker?

Pferde können den Kopf aus ganz verschiedenen Gründen "schütteln": Insektenabwehr oder aufgrund anderer Irritationen im Kopfbereich, Drohverhalten gegen Artgenossen oder Übersprungsverhalten in Konfliktsituationen. Typisch ist aber, dass dieses Verhalten dann nur kurz und zielorientiert gezeigt wird.

Wenn Pferde allerdings auffällig regelmäßig und dabei länger anhaltend den Kopf schütteln oder hin und her schlagen, liegt ein "Headshaker-Problem" vor. Auslöser können durchaus auch im medizinisch-klinischen Bereich liegen (Ohrerkrankungen, Luftsackerkrankungen, Zahnschmerzen etc.).

Liegt aber von der Intensität des Problems her tatsächlich schon eine Verhaltensstörung vor, hat sich das Ganze auf der psychischer Ebene verselbständigt und man spricht von einer Stereotypie. Selbstverständlich müssen zunächst alle in Frage kommenden klinischen Ursachen abgeklärt und gegebenenfalls therapiert werden.

Der Tierarzt ist hier immer der erste Ansprechpartner. Sind keine organischen Schäden vorhanden beziehungsweise schon therapiert, ist eine gründliche Verhaltensanamnese nötig, um psychische Auslöser zu identifizieren.

Zwei der häufigsten Auslöser auch für diese Form der Stereotypie sind "Stress durch Langeweile" und "Stress durch für das Pferd unlösbare soziale Konflikte". Daneben kommen aber noch weitere in Frage - und erst nach einer gründlichen Anamnese kann man sich überhaupt an die Therapie machen, die in der Regel sehr langwierig ist und nicht unbedingt immer eine günstige Prognose hat. Auf alle Fälle wäre hier auch ein Tierarzt hinzuzuziehen, denn auch bei Stereotypien können Medikamente zum Einsatz kommen.

 


Fotos: Schneider I Horses In Media

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