| Koppen - Angewohnheit oder Stress-Symptom? |
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Früher galt das Koppen als eines der Hauptmängel beim Pferdekauf, es war damit als unheilbare "Krankheit" klassifiziert, später dann in der Literatur wurde Koppen als Untugend bezeichnet. Pferde haben keine Tugenden oder Untugenden,
sondern reagieren mit ihren angeborenen Verhaltensmustern und -elementen
auf ihre Umwelt. Koppen ist eine Stereotypie und gilt damit als echte
Verhaltensstörung. Pferde fangen nicht mit dem Koppen an, weil sie es sich abgucken. Stehen mehrere Pferde in einem Stall die koppen, dann besteht für alle nur ein Problem: Es gibt Stress im Stall, der das Verhalten in den Pferden auslöst. Bei Ihrem Pferd hat sich das Verhalten ja schon früher entwickelt und da heißt es, Hilfe bei einem erfahrenen tierärztlichen Verhaltenstherapeuten zu suchen. Bei einer Verhaltensanamnese wird die Entstehungsgeschichte des Koppens aufgearbeitet und das Pferd wird untersucht, um mögliche körperliche Mängel auszuschließen Bei einer Verhaltensstörung kann Akupunktur, Bachblüten oder die Verabreichung homöopathischer Mittel helfen. Pferde fressen sich langsam fortbewegend bis zu 80 Prozent der Tageszeit. Das macht deutlich, dass ein Leben in der Box "todlangweilig" sein kann. Bei der Boxenhaltung (auch wenn die Pferde tagsüber mal raus kommen) entwickeln sich häufiger Stereotypien als bei Pferden in extensiver Haltung. Der Auslauf mit anderen Pferden auf der Weide oder im Paddock ist am artgerechtesten. Da wo das nicht geht, sollten die Tiere zumindest direkten und indirekten Kontakt zu Artgenossen haben und regelmäßig durch viel Abwechslung wie Geländerritte, Longieren, Cavalettiarbeit oder Arbeit an der Hand beschäftigt werden. Ein sehr engmaschiges Heunetz, aus dem das Pferd über einen ganz langen Zeitraum die Halme herauszupfen kann, ist gegen Langeweile zu empfehlen.
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Coping-Strategie & Stereotypien Verhaltenstörungen wie das Koppen entwickeln sich häufig aus einer Stresssituation heraus. Das Pferd findet einen Weg den zu hohen Druck oder Stress durch ein Verhalten zu entspannen. Durch das Koppen (Weben, Kopfschlagen, Barrenwetzen) erfährt das Pferd aber nur kurz Entspannung. Bleibt der Stressfaktor (Haltungsbedingungen, mangelnde Bewegung, unruhige Stallgasse, Futterneid hinter Gittern etc.) dann bestehen, will sich das Pferd weiter entspannen. Da Entspannung eine Belohnung darstellt wird das Pferd immer häufiger Koppen, bis es zu einem selbst belohnenden Verhalten wird. Bald kann daraus eine Stereotypie werden - ein sich immer wiederholendes Verhaltensmuster, das ohne erkennbaren Zweck ausgeführt wird. Stereotypien sind bei allen in Gefangenschaft gehaltenen Tieren zu finden - die "tigernde" Raubkatze im Zoo - und entstehen meistens durch Haltungseinschränkungen. Stereotypien wie Koppen können unabhängig werden, dass heißt sie bleiben, auch wenn man die Haltung irgendwann positiv verändern würde. Mentales Leiden und körperliche krankhafte Veränderungen sind meist die Folge. |